"Bin nicht der Boss"

Maulkorb-Aufreger um Formel-1-Champion Norris

Große Aufregung um Formel-1-Weltmeister Lando Norris. Der Brite bekam in einem Interview von seinem eigenen Management einen Maulkorb verpasst.
Sport Heute
22.04.2026, 10:27
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Eigentlich gibt es Grund zu feiern für den britischen Formel-1-Star. Nach seinem WM-Titel im Jahr 2025 geht der Brite aktuell mit der so prestigeträchtigen Nummer eins an den Start. Für seine Leistungen erhielt der 26-Jährige nun den "Laureus World Breakthrough of the Year"-Preis für den spektakulärsten Durchbruch des letzten Jahres.

Ein Interview mit dem britischen "Guardian" am Rande der Preisverleihung sorgt nun aber für Aufsehen. Norris bekam nämlich bei einigen Fragen einen Maulkorb von seinem eigenen Management verpasst. Und das, obwohl der 26-Jährige als besonders intelligent und eloquent gilt, in den letzten Wochen auch besonders deutlich gegen die Regeländerungen des Jahres 2026 in der Motorsport-"Königsklasse" aufgetreten ist und hier seine eigene Meinung vertrat. Das durfte der Champion in diesem Interview aber nicht.

"Ich bin nicht der Boss"

Schon im Vorfeld des Termins sei vonseiten des Norris-Managements klargemacht worden, dass der Formel-1-Weltmeister zu drei Themen keine Fragen beantworte: den neuen Formel-1-Regeln, sowie den Konkurrenten Max Verstappen und George Russell, zu denen der Brite eigentlich ein gutes Verhältnis pflegt.

Der Journalist fragte Norris trotzdem nach dem brisantesten Thema der aktuellen Formel 1: den so umstrittenen Regeländerungen. Daraufhin sei das Management des Motorsport-Stars sofort eingeschritten, "die Zeit ist vorbei", habe ein Vertreter des Managements, der per Telefon zugeschaltet war, gesagt. "Ist schon in Ordnung, ich beantworte die Frage gerne", meinte Norris dann. Doch dazu kam es nicht, das Management – ein Vertreter war auch im Raum – beharrte schließlich darauf, die Frage nicht zu beantworten. Das nahm Norris mit einem überraschenden Satz hin: "Ich bin nicht der Boss".

Verliert die Formel 1 ihre Identität?

Verstappen-Frage als Problem

Bei der Abschlussfrage zu Verstappen meldete sich abermals das Management. Diesmal war Norris gefragt worden, ob der zuletzt so kritische Vierfach-Weltmeister denn tatsächlich bald seine Karriere beenden könnte. "Keine Ahnung, Max kann tun, was er will", meinte Norris. Ehe sich das Management einmischte: "Er ist ein toller Typ. Max ist die beste Person überhaupt und wir lieben ihn – Zitat", diktierte das Management die Norris-Antwort.

Der "Guardian" machte derweil die Interventionen des Managements in einem großen Artikel selbst zum Thema, strich hervor, wie intelligent und eloquent der Formel-1-Weltmeister ist, "wenn er es auch sein darf". Dabei hätte Norris viel zu sagen. Er erzählt gerne über mentale Schwächen, über seinen harten Weg in die Formel 1, über Bedenken, nicht gut genug zu sein – all das aus dem Mund eines Weltmeisters zu hören, ist aufbauend für so viele Personen. Doch Norris wird von seinem eigenen Management in ein enges Korsett gequetscht. Obwohl es der Brite gewohnt ist, auch teils kritische Fragen zu beantworten – das muss der McLaren-Star an jedem Formel-1-Wochenende. Da sind Auftritte in Medienrunden nämlich verpflichtend.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 22.04.2026, 10:31, 22.04.2026, 10:27
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