Der Medizinnobelpreis geht an die Hirnforscher John O'Keefe sowie May-Britt und Edvard Moser . Das wurde am Karolinska-Institut im schwedischen Stockholm verlautbart.
Der Medizinnobelpreis geht an die Hirnforscher John O'Keefe sowie May-Britt und Edvard Moser . Das wurde verlautbart.
Der Nobelpreis für Medizin 2014 geht zur Hälfte an den US-Forscher John O'Keefe sowie zur weiteren Hälfte an die beiden norwegischen Wissenschafter May-Britt Moser und Edvard I. Moser. Das gab das Nobelpreiskomitee am Montag in Stockholm bekannt.
Die Auszeichnung erfolgt für Forschungen rund um den Orientierungssinn des Menschen bzw. die Entdeckung von dessen neurophysiologischen Grundlagen. Konkret haben die Forscher das "innere GPS"-System im Gehirn von Tier und Mensch bzw. seine neurophysiologischen Komponenten, beteiligte spezialisierte Zellen und dessen Funktionsabläufe entschlüsselt.
Damit hätte man Fragen geklärt, welche Philosophen seit urdenklichen Zeiten beschäftigt hätten. Bereits 1971 hatte John O'Keefe den ersten Teil dieses GPS-Systems, des Orientierungssinnes von Mensch und Tier, entdeckt. Er identifizierte "Platz-Zellen" ("Place Cells") der Hippocampus-Gehirnregion, die bei Ratten immer dann aktiviert waren, wenn sich die Tiere in einem bestimmten Teil eines Raumes in einer Versuchsanordnung befanden. O'Keefe schloss daraus, dass diese Zellen eine Art "Landkarte" bilden würden.
Die Auszeichnung ist wie im vergangenen Jahr mit acht Millionen Schwedischen Kronen (870.000 Euro) dotiert. 2013 war der Medizin-Nobelpreis an drei Zellforscher gegangen: James E. Rothman (USA), Randy W. Schekman (USA) und den gebürtigen Deutschen Thomas C. Südhof vergeben worden. Geehrt worden waren damit bahnbrechende Arbeiten, die zur Entschlüsselung der Mechanismen beim Transport von Proteinen innerhalb von Zellen und zu deren Freisetzung nach außen dienen.
Verliehen werden die Preise seit 1901. Sie gehen auf das Testament des Großindustriellen und Wissenschaftlers Alfred Nobel zurück. Der Erfinder des Dynamits stiftete den Großteil seines Vermögens für die Auszeichnungen, die seinen Namen tragen. Er wollte damit die wichtigsten Entdeckungen, Erfindungen, Fortschritte, literarischen Werke und Friedensbemühungen einzelner Personen würdigen lassen.