Nach einem massiven Erdrutsch auf der Südseite des Matterhorns verschärft sich die Lage am berühmtesten Berg der Alpen weiter. Am Mittwochmorgen lösten sich auf rund 3.900 Metern Höhe große Felsmassen. Riesige Staubwolken stiegen auf, lose Gesteinsbrocken gingen nieder. Verletzt wurde nach bisherigen Informationen niemand.
Als Reaktion auf den Felsabbruch hat der italienische Bergführerverein laut SRF in Breuil-Cervinia sämtliche geführten Besteigungen des Matterhorns vorerst gestoppt. Zwar blieb die italienische Normalroute über den Liongrat unbeschädigt, dennoch sei das Risiko aufgrund der aktuellen Bedingungen zu hoch.
Die Carrel-Hütte auf der italienischen Südroute bleibt zwar geöffnet, allerdings ohne Betreuung durch Personal. Bergsteiger müssen die Situation daher besonders sorgfältig einschätzen.
Bereits im Juli hatten die Zermatter Bergführer wegen akuter Steinschlaggefahr vor Gipfeltouren gewarnt und geführte Besteigungen eingestellt. Ursache ist die anhaltende Hitze. Der Permafrost taut zunehmend auf, wodurch der Fels an Stabilität verliert. Nach dem schneearmen Winter liegt vielerorts blankes Gestein frei, was die Gefahr von Felsstürzen zusätzlich erhöht.
Auch der Sommerskibetrieb auf dem Theodulgletscher in Zermatt wurde Ende Juli eingestellt. Wegen der hohen Temperaturen und der schlechten Schneeverhältnisse können derzeit nur noch einzelne Trainingspisten von Swiss-Ski genutzt werden.