Eine 87-jährige Wienerin soll bereits einen fünfstelligen Eurobetrag an falsche Polizisten verloren haben. Als die mutmaßlichen Betrüger erneut Geld von der Pensionistin abholen wollten, griff die Polizei ein.
Das Landeskriminalamt Wien ermittelt bereits seit längerer Zeit wegen des Verdachts des schweren Betrugs. Dabei sollen sich Täter als Polizisten ausgeben und ihre Opfer mit erfundenen Geschichten dazu bringen, ihnen Geld auszuhändigen.
Im Zuge der Ermittlungen gerieten zwei Personen ins Visier der Beamten. Nach einer Observation durch die Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) wurden die beiden Verdächtigen am Dienstag in Wien-Meidling auf frischer Tat ertappt und vorläufig festgenommen.
Bei den Beschuldigten handelt es sich um eine 46-jährige serbische Staatsangehörige und einen 24-jährigen Österreicher.
Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden bereits am Tag vor ihrer Festnahme einen Geldbetrag von einer 87 Jahre alten Frau übernommen haben sollen.
Am 8. September soll die 46-Jährige erneut bei derselben Pensionistin aufgetaucht sein. Als angebliche "Polizistin" wollte sie laut Polizei weiteres Geld abholen.
Der 24-Jährige soll währenddessen als Fahrer des verwendeten Autos fungiert haben. Weil die Ermittler die Verdächtigen bereits im Visier hatten, konnten sie eingreifen und einen weiteren finanziellen Schaden für die 87-Jährige verhindern.
Die bisherige Schadenssumme liegt laut Polizei im fünfstelligen Eurobereich.
Bei den beiden Tatverdächtigen stellten die Beamten einen gefälschten Polizeiausweis sowie 6.000 Euro Bargeld sicher.
Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien wurden die beiden Beschuldigten anschließend in eine Justizanstalt gebracht.
Bei der Masche der falschen Polizisten werden besonders häufig ältere Menschen ins Visier genommen. Den Opfern wird am Telefon etwa vorgetäuscht, dass ihnen ein Einbruch drohe. Angebliche Polizisten kündigen dann an, Geld oder Wertgegenstände zur sicheren Verwahrung abzuholen.
Die Polizei weist darauf hin, dass sie keine Wertgegenstände zur Verwahrung verlangt. Bei verdächtigen Anrufen sollen Betroffene das Gespräch beenden und den Polizeinotruf unter 133 wählen.