Alle Toten waren Männer

Mehr als 100 Skelette! Schock-Fund bei Baustelle

Mystery in Oberösterreich. Archäologen haben ein Massengrab mit vermutlich mehr als 100 Toten entdeckt.
Österreich Heute
13.07.2026, 09:15
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Es ist der Thriller des Sommers, nur im echten Leben. Was Experten auf einem Baugrundstück im Braunauer Stadtteil Ranshofen (OÖ) fanden, ist eine Sensation: In mehreren Grabgruben wurden bereits zahlreiche menschliche Überreste entdeckt. Mittlerweile gehen die Archäologen davon aus, dass dort die Skelette von deutlich mehr als 100 Menschen liegen könnten, das berichten die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN).

Die Knochen geben bislang kaum Hinweise auf das Schicksal der Toten. Es gibt keine Anzeichen auf Verletzungen und auch keine Gegenstände, die Rückschlüsse auf ihre Identität oder die Umstände ihrer Bestattung zulassen.

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Kind fand die ersten Knochen

Seit einem Zufallsfund im Frühjahr suchen Archäologen und Anthropologen auf dem Grundstück nach weiteren menschlichen Überresten. Auslöser war ein Kind, das im März beim Spielen auf Knochen gestoßen war. Die Mutter verständigte daraufhin die Polizei. Was zunächst wie ein einzelner Fund aussah, entwickelte sich zu einer der außergewöhnlichsten Grabungen der vergangenen Jahre.

Seit einer Woche arbeitet das Team der Wiener Firma Novetus wieder auf der Baustelle. Die Grabungen mussten mehrere Wochen pausieren, weil die Finanzierung neu organisiert werden musste. Ursprünglich waren nur wenige Arbeitstage im April vorgesehen. Weil immer weitere Skelette entdeckt wurden, wurde der Auftrag verlängert. Insgesamt wurden bisher sechs Grabgruben sowie mehrere Einzelgräber gefunden.

In den bisher freigelegten Gruben lagen jeweils zwischen 20 und 25 Menschen. "Dass unerwartet so viel zum Vorschein kommt, ist eine Ausnahmesituation, die ich in den vergangenen 20 Jahren noch nicht erlebt habe", sagt Heinz Gruber vom Bundesdenkmalamt in den OÖN.

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Erste Laboruntersuchungen liefern inzwischen neue Erkenntnisse. "Bis jetzt ist keine Frau dabei. Sie sind alle männlich und zwischen 15 und 25 Jahre", sagt Archäologin und Anthropologin Sheridan Strang. Die meisten Toten sind also Jugendliche oder junge Männer.

Auch eine erste Altersbestimmung wurde bereits durchgeführt. Mithilfe der Radiokarbonmethode wurde eines der Skelette untersucht. "Bei dieser Rechnung kommt ein möglicher Zeitrahmen von 1723 bis 1813 heraus. Das ist immer noch eine Spanne von fast 100 Jahren, aber eine genauere Datierung ist damit nicht möglich", sagt Gruber.

Damit würde sich die erste Vermutung der Experten stützen: Möglicherweise wurden hier nach einem Scharmützel mit französischen Truppen im Jahr 1805 Soldaten und Zivilisten begraben. Der Fundort befindet sich in der Franzosenkreuzstraße, nur wenige Meter von einem Franzosenkreuz entfernt. Eindeutige Beweise dafür gibt es bisher allerdings nicht.

Auffällig ist, dass manche Tote bäuchlings in den Gruben liegen. Das gilt als ungewöhnlich und könnte darauf hindeuten, dass die Bestattung rasch erfolgen musste. Zudem wurden keinerlei persönliche Gegenstände gefunden. Ob die Toten zuvor entkleidet wurden, bleibt offen. Fest steht lediglich, dass einige Skelette gebrochene Fußknöchel aufweisen. "Vielleicht vom Marschieren", vermutet Strang.

Für zusätzliche Fragen sorgen die Einzelgräber, die sich zwischen den Massengräbern befinden. Warum manche Männer anders bestattet wurden als andere, ist derzeit ebenso ungeklärt wie die zentrale Frage: Wer waren diese jungen Männer und warum wurden sie dort begraben?

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 13.07.2026, 10:21, 13.07.2026, 09:15
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