Im Iran sind heuer laut einer Menschenrechtsorganisation bereits mehr als 500 Menschen hingerichtet worden. Die Todesstrafe wurde mindestens 511 Mal vollstreckt, teilte die in Norwegen ansässige Organisation Iran Human Rights (IHR) am Donnerstag mit. Mindestens 29 Menschen wurden im Zusammenhang mit den regierungskritischen Protesten im Jänner hingerichtet.
Unter den Hingerichteten sind laut der NGO mindestens 16 Frauen und 13 "politische Gefangene", die Unterstützer verbotener Oppositionsgruppen gewesen sein sollen. "Alle Hinrichtungen, unabhängig von den Anklagepunkten, dienen einem klaren innenpolitischen Zweck: Angst zu schüren und neue Proteste zu verhindern", sagte IHR-Direktor Mahmood Amiry-Moghaddam der Nachrichtenagentur AFP. "Wir sind sehr besorgt, dass sich dieser Trend in den kommenden Monaten noch verschärfen könnte."
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstag ein Ende der Hinrichtungen von Demonstranten im Iran gefordert. Teheran "tötet in beispiellosem Ausmaß Demonstranten, sogar dann, wenn sie gar nicht demonstrieren", erklärte Trump. "Dies ist eine humanitäre Krise von epischem Ausmaß und muss jetzt gestoppt werden", fügte er hinzu.
Schon vor zwei Wochen haben mehr als 30 Länder den Iran in einer gemeinsamen Erklärung aufgefordert, die Hinrichtungen regierungskritischer Demonstranten zu stoppen. "Die Todesstrafe zu nutzen, um Kritiker zum Schweigen zu bringen, die Bevölkerung einzuschüchtern und diejenigen zu bestrafen, die ihre Menschenrechte ausüben, kann niemals gerechtfertigt sein", hieß es in dem unter anderem von Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Kanada und der EU unterzeichneten Aufruf.
Laut Amnesty International wurden im Iran im Vorjahr mindestens 2.159 Menschen hingerichtet. Seit Beginn des Iran-Kriegs, der Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen hat, ist die Zahl der Hinrichtungen im Land weiter gestiegen.