Mehr als 60 Prozent der Menschen haben Angst vor Nadeln

18,3 Prozent der Ängstlichen versuchen sogar, notwendige Injektionen bei schweren Gesundheitsproblemen zu umgehen.
18,3 Prozent der Ängstlichen versuchen sogar, notwendige Injektionen bei schweren Gesundheitsproblemen zu umgehen.Getty Images/iStockphoto
Menschen mit Nadelangst vermeiden es, zur Blutabnahme zu gehen oder sich impfen zu lassen. Sie nehmen sogar lieber gesundheitliche Probleme in Kauf.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung fürchtet sich vor Injektionsnadeln. Oft geht das bis zur Vermeidung von notwendigen medizinischen Handlungen in Diagnostik und Therapie. Das hat eine internationale Umfrage unter fast 2.100 Erwachsenen ergeben. Mehr als 60 Prozent der Menschen dürften betroffen sein, heißt es in der Studie, die in PlosOne veröffentlicht worden ist.

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Die Gründe für die Angst

In Zusammenarbeit mit dem US-Medizintechnikkonzern Becton Dickinson wurden weltweite Informationen von Erwachsenen eingeholt, die einen 21-Punkte-Fragebogen beantworteten. "Von den 2.098 Teilnehmern, die in die Studie aufgenommen worden sind, berichteten 63,2 Prozent (1.325) von einer Nadelphobie. Die Intensität bewerteten sie im Durchschnitt auf einer Skala von 0 bis 10 (keine bis sehr starke/irrationale Angst bzw. Vermeidungsverhalten) mit 5,7", stellen die Autoren Kimberly Alsbrooks (USA) und Klaus Hoerauf (MedUni Wien) in ihrer Studie fest.

Als Gründe fielen generell ängstliches Verhalten (96,1 Prozent der Betroffenen) und Schmerzen (95,5 Prozent) für die Probleme auf. Die Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten bzw. auf die Inanspruchnahme wichtiger medizinischer Versorgung dürften groß sein: "Von den Teilnehmern mit einer Nadelphobie gaben 52,2 Prozent an, Blutabnahmen zu vermeiden, 49 Prozent vermieden Blutspenden und 33,1 Prozent Impfungen." 18,3 Prozent der Ängstlichen versuchen sogar, notwendige Injektionen bei schweren Gesundheitsproblemen zu umgehen.

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Ein Viertel sucht Hilfe

Etwa ein Viertel der Betroffenen schaute sich um therapeutische Hilfe um. Am ehesten besprachen die Nadelphobiker das Problem mit Angehörigen des Krankenpflegepersonals (61,1 Prozent). An die Ärzte selbst wagten sich die Ängstlichen mit 44,4 Prozent solcher Kontakte viel weniger oft heran. Allfällige Hilfe durch die Angesprochenen wurde auf einer Skala von 0 bis 10 nur mit durchschnittlich 4,9 bewertet. Schmerzlose Alternativen und dünnere Nadeln wurden am ehesten als positive technische Hilfe bewertet.

Frauen dürften von Nadelphobien offenbar häufiger betroffen sein als Männer. Ihr Anteil lag bei 55,8 Prozent. Insgesamt zeige sich, dass Nadelängste offenbar sehr häufig sind und den Betroffenen oft viel zu wenig geholfen wird. Das wirkt sich negativ auf das Gesundheitsverhalten aus.

Hilfe bei Nadelangst

Wer etwas gegen seine Nadelphobie unternehmen möchte, wendet sich am besten an Psychotherpeuten /Psychologen. In Wien gibt es zum Beispiel das Phobius - Phobie Zentrum Wien oder diesen Therapeuten.

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