Drogen-Check zeigt Trend

Mehr Koks im Kanal – Wiener Konsum nimmt deutlich zu

Die Kokainwerte im Wiener Abwasser sind stark gestiegen. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung der EU-Drogenbeobachtungsstelle.
Wien Heute
18.03.2026, 11:56
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Was in Wien konsumiert wird, landet am Ende im Kanal – und genau dort zeigt sich jetzt ein klarer Trend: Die Kokainspuren im Abwasser sind deutlich gestiegen. Eine aktuelle Untersuchung der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EUDA) zeigt, dass die Bundeshauptstadt damit voll im europäischen Trend liegt, berichtet der ORF.

Die Zahlen sind deutlich: 2022 wurden noch rund 371 Milligramm Kokain pro 1.000 Einwohner gemessen, zuletzt waren es bereits 595 Milligramm. Innerhalb weniger Jahre ergibt das ein Plus von rund 60 Prozent.

Europa im Kokain-Hoch

Nicht nur Wien ist betroffen – europaweit befindet sich der Konsum auf einem Höchststand. Gründe dafür sehen Experten unter anderem im sinkenden Preis und einer steigenden gesellschaftlichen Akzeptanz. Auch bessere Transportwege und neue Schmuggelrouten sorgen dafür, dass mehr Kokain nach Europa gelangt. Ewald Lochner, Koordinator für Psychiatrie, Sucht- und Drogenfragen der Stadt Wien, warnt jedoch davor, aus den Abwasserdaten direkt auf die Zahl der Konsumenten zu schließen.

Beratungsstelle sieht klaren Trend

Auch bei der Wiener Drogenberatungsstelle "checkit!" zeigt sich der Boom. Immer mehr Menschen lassen dort ihre Substanzen testen. "Wir sehen auf jeden Fall eine Steigerung der Kokainproben, die bei uns abgegeben werden", sagt Laborleiter Anton Luf im "Wien heute"-Interview.

Inzwischen besteht etwa ein Drittel der abgegebenen Proben aus Kokain. Damit hat die Droge Ecstasy (MDMA) überholt. Auffällig: Die Qualität steigt ebenfalls – der Reinheitsgrad liegt laut Luf im Schnitt bei rund 90 Prozent.

Wien nicht auf Platz eins

Im Österreich-Vergleich liegt Wien dennoch nicht vorne. Spitzenreiter bleibt wie in den vergangenen Jahren Kufstein in Tirol. Generell ist Kokain im Westen stärker verbreitet – Wien bildet hier die Ausnahme.

Bei anderen Substanzen sieht es anders aus: Ecstasy und Crystal Meth werden in der Hauptstadt häufiger nachgewiesen. Bei Alkohol und Nikotin zeigen sich hingegen kaum Unterschiede zwischen den Regionen.

Schon einmaliger Konsum riskant

Die Studie liefert auch Einblicke in das Konsumverhalten. Während Cannabis relativ konstant über die Woche verteilt konsumiert wird, zeigen sich bei anderen Drogen klare Spitzen. Kokain und Ecstasy werden vor allem am Wochenende konsumiert – typische Partydrogen also. Besonders in der Freizeit und im Nachtleben greifen viele dazu.

Trotz steigender Verbreitung warnen Fachleute vor den Gefahren. Lochner betont, dass bereits der einmalige Konsum gesundheitliche Risiken birgt. Gleichzeitig verweist er auf Angebote wie "checkit!", wo Substanzen analysiert werden können.

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