Erst zu Jahresende gab es Berichte, wonach verschmutztes Abwasser in die Donau bei Passau geleitet worden sein soll. Kein Einzelfall. Immer mehr Touristen reisen mit dem Schiff an. Während der Güterverkehr auf der Donau im Vorjahr laut Statistik Austria um rund 14 Prozent zurückgegangen ist, steigen die Zahlen bei den Schiffsgästen. Oberösterreich spielt dabei eine wichtige Rolle.
Wie der ORF berichtet, haben Kreuzfahrtschiffe im Jahr 2025 insgesamt 2.000 Mal in oberösterreichischen Orten angelegt – das sind noch mehr als im Jahr davor. "Der Schifftourismus bringt Gäste aus aller Welt nach Oberösterreich und ist für viele Regionen wirtschaftlich sehr wichtig", sagt Petra Riffert, Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Donau Oberösterreich. Mittlerweile kommen die Gäste auch aus Übersee und aus Asien, so Riffert.
Mit der wachsenden Zahl der Schiffe steigen aber auch die Anforderungen beim Umweltschutz. Abwässer dürfen nicht einfach in die Donau geleitet werden. Kreuzfahrt- und Kabinenschiffe müssen entweder eine eigene Kläranlage an Bord haben oder das Abwasser in Sammelbehältern speichern und fachgerecht entsorgen.
Im Mai 2024 hat ein Video in Linz für Wirbel gesorgt. Darauf ist zu sehen, wie ein Kreuzfahrtschiff eine braune Flüssigkeit in die Donau ablässt. Der Vorwurf: Das Schiff hat auf Höhe des Lentos Fäkalien in die Donau eingeleitet. Die Kläranlage dürfte kaputt gewesen sein.
Die Schifffahrtsaufsicht und die Wasserpolizei kontrollieren regelmäßig, ob die Vorschriften eingehalten werden, sagt Daniela König, Direktorin für Umwelt- und Wasserwirtschaft. In den letzten Jahren wurden entlang der Donau auch Landstromanlagen gebaut, damit die Kreuzfahrtschiffe mit Strom versorgt werden können, so Petra Riffert weiter.
Trotz allem gibt es immer wieder Verstöße. Das zuständige Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur hat im Jahr 2025 bei 45 kontrollierten Kabinenschiffen auf der österreichischen Donau Proben genommen. Dabei gab es fünf Beanstandungen bei den bordeigenen Kläranlagen, eine davon in Linz.
"Im Fall einer Beanstandung durch die Schifffahrtsaufsicht müssen die Abwässer über Sammeltanks an Bord umgeleitet werden, die Kläranlage darf erst nach einer Reparatur und Nachweis der Funktionsfähigkeit durch ein Prüfinstitut wieder in Betrieb genommen werden.", so ein Sprecher auf Nachfrage des ORF OÖ.
Auch außerhalb von Österreich gibt es ähnliche Vorfälle. In Passau hat die Polizei laut "PNP" erst kürzlich wieder ein Schiff angehalten, das Fäkalien in die Donau geleitet hat. In Linz wurde nach dem Video gegen einen Kapitän ermittelt. Die Wasserwirtschaft sieht solche Fälle bisher als Einzelfälle. Studien zeigen, dass sich die Wasserqualität der Donau dadurch nicht nachhaltig verschlechtert.
Wer Abwasser illegal einleitet, begeht trotzdem ein Verwaltungsdelikt. Es drohen Geldstrafen bis zu 3.600 Euro. In schweren Fällen kann es laut Staatsanwaltschaft sogar zu Haftstrafen kommen. Strengere Kontrollen sollen künftig dafür sorgen, dass die schöne blaue Donau nicht nur ein berühmter Name bleibt, sondern auch ein sauberer Fluss.