Technik gegen Ablenkung

Mehr Verkehrskontrollen: Politiker fordert Handyblitzer

Mit Handyblitzern vom Typ "Monocam" will Salzburg gegen Ablenkung am Steuer vorgehen. 40 Prozent der Unfälle gehen darauf zurück.
Salzburg Heute
23.02.2026, 11:46
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Handy am Steuer ist kein Kavaliersdelikt. In Salzburg sollen in Zukunft sogenannte Handyblitzer die Straßen sicherer machen. Der offizielle Name der Geräte lautet "Monocam". In Rheinland-Pfalz sind sie bereits im Einsatz.

Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll (ÖVP) hat sich gemeinsam mit einer Salzburger Delegation vor Ort ein Bild von der Technik gemacht. "Wir müssen die Möglichkeiten der modernen Technik nutzen, um unseren Straßenverkehr noch sicherer zu machen", sagt Schnöll.

Die Zahlen sprechen für sich: 40 Prozent der Unfälle in Salzburg sind auf Ablenkung zurückzuführen. "Ich habe für Salzburg die Vision Zero – keine Verkehrstoten im Jahresverlauf. Da Ablenkung inzwischen Unfallursache Nummer 1 ist, ist es umso wichtiger, Maßnahmen gegen Ablenkung am Steuer zu ergreifen. Wer bei 50 Stundenkilometern nur drei Sekunden aufs Handy schaut, ist über 40 Meter im Blindflug unterwegs."

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Monatlich rund 200 Verstöße

Ein Handyblitzer erkennt automatisiert, ob ein Lenker mit einem Smartphone hantiert. Wird ein möglicher Verstoß registriert, prüfen geschulte Polizeibeamte das Foto nochmals. In Rheinland-Pfalz zeigt sich der Erfolg deutlich: Binnen der ersten beiden Monate wurden 437 Lenker gestraft. Seither werden im Schnitt monatlich rund 200 Verstöße festgestellt. Messdaten vor und nach den Überwachungen belegen zudem die präventive Wirkung.

Damit die "Monocam" im Regelbetrieb eingesetzt werden kann, wurde in Rheinland-Pfalz eigens das Polizeigesetz geändert. "Wir prüfen gerade, welche rechtlichen Maßnahmen für einen Einsatz der Handyblitzer auch in Österreich notwendig sind und werden mit konkreten Schritten an den Bund herantreten", so Schnöll. Konkret geht es unter anderem um eine Erweiterung des Paragrafen 98 der Straßenverkehrsordnung, der die Verkehrsbeobachtung und entsprechende Kontrollen regelt. Ziel ist eine Erweiterung der Kontrollmöglichkeiten.

Deutscher Handyblitzer bald in Salzburg

Die Salzburger Delegation bestand neben Schnöll aus Landespolizeidirektor Bernhard Rausch sowie dem Referatsleiter des Verkehrsrechts Elmar Stadler. Neben Erfahrungswerten brachte sie auch ein Angebot mit: Rheinland-Pfalz ist bereit, mit dem Handyblitzer nach Salzburg zu kommen und das Gerät vor Ort zu Demonstrationszwecken zu präsentieren.

"Im Rahmen der Bemühungen zur Schaffung der gesetzlichen Grundlagen wollen wir diese Chance nutzen, um Verkehrsminister Peter Hanke und die Verkehrsreferenten der übrigen Bundesländer zur Demonstration in Salzburg einzuladen", erklärt Stefan Schnöll.

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