Life

Mein Traumurlaub auf der Vulkaninsel Island

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:27

Wer das mystische Island besucht, fühlt sich in eine weit entfernte Welt versetzt. "Heute.at"-Reiseredakteur Alexander Jaros ist im Urlaub durch Lavafelder manövriert, über Sand und Eis gefahren und hat Vulkane erklommen. Er hat zwar etwas widerwillig, aber dafür mit einem Reisebericht und beeindruckenden Fotos von dramatischen Wasserfällen, Eisbergen in Gletscherseen und Papageientauchern im Rucksack die Heimreise angetreten.

Wer das mystische Island besucht, fühlt sich in eine weit entfernte Welt versetzt. "Heute.at"-Reiseredakteur Alexander Jaros ist im Urlaub durch Lavafelder manövriert, über Sand und Eis gefahren und hat Vulkane erklommen. Er hat zwar etwas widerwillig, aber dafür mit einem Reisebericht und beeindruckenden Fotos von dramatischen Wasserfällen, Eisbergen in Gletscherseen und Papageientauchern im Rucksack die Heimreise angetreten.

Ich stehe am Flughafen Wien-Schwechat mit tausenden anderen Reisenden. Während die meisten Urlauber kurze Hosen, T-Shirts und Luftmatratzen in den Koffer gestopft haben, bin ich mit wetterfester Jacke, Haube und warmen Pullis bepackt. Schließlich setzte ich Kurs auf Island, wo 14 Grad im Sommer als sommerliche Temperatur gelten. Während anderen fröstelt, freue ich mich auf meine persönliche Kälteoase im Hochsommer.

Nach einem Direktflug nach Keflavik bahne ich mir durch dichten Nebel den Weg zur Mietwagenstation, wo ich meinen Suzuki Jimny in Empfang nehme. Da mich Schotterwege und schwer befahrbare Straßen erwarten, habe ich mich für den kleinen Geländewagen entschieden. Dieser soll mich in zwei Wochen rund um die Insel begleiten. Zunächst düse ich damit spätabends bei Tageslicht durch die zunächst karg wirkende Landschaft nach Reykjavik.

Gruß von den Wikingern

Reykjavik ist mit 119.000 Einwohnern weniger besiedelt als Linz. Island ist vor allem für seine Landschaft und Naturphänomene bekannt. Dennoch ist auch Reykjavik absolut einen Besuch wert. Über der Stadt thront die moderne Kirche Hallgrímskirkja, ihre Aussichtsplattform bietet ein wunderschönes Panorama. Das Denkmal Sólfar (The Sun Voyager) an der Küste der Stadt erinnert an die auf Island heimischen Wikinger und ist ein beliebtes Fotomotiv.

Kulturinteressierte kommen in den zahlreichen Museen auf ihre Kosten, das kurioseste ist sicherlich das Phallus-Museum mit unzähligen ausgestellten Tierpenissen. Partytiger wird in den Clubs und Pubs, in denen auch während der Woche Live-Bands auftreten, nicht fad. Nur der Gaumen bleibt manchmal trocken, denn die Alkoholpreise sind deftig - ein Bier um acht Euro ist keine Seltenheit. Auch Speisen erweisen sich als überaus teuer.

Vom Geysir gestreift

Ich bleibe drei Tage in Reykjavik und nutze die Stadt als Hauptquartier für Ausflüge in die Umgebung. Ich sehe mir die Sehenswürdigkeiten des "Golden Circle" an, dazu gehört der Nationalpark Thingvellir, wo einst die Wikinger ihre Parlamentssitzungen abhielten, der idyllische Wasserfall Gullfoss und der Große Geysir, Namenspatron für die Naturerscheinung. Während der Große Geysir seit Jahren die Arbeit verweigert, spuckt der benachbarte Strokkur weiterhin fleißig warmes Wasser in die Luft. Das erlebe ich hautnah mit, weil ich den Wind falsch berechnet habe.

Auf der Halbinsel Reykanes begeistert mich die blaue Lagune, das zugegebenermaßen sehr touristische Parade-Thermalbad und die Brücke zwischen den Kontinenten. Sie erinnert an die Plattenverschiebung, die in Island aufgrund der Lage zwischen Amerika und Europa sehr präsent ist.

Rauf auf den Vulkan

Nun lasse ich Reykjavik endgültig hinter mir und fahre weiter zur Halbinsel Snæfellsnes. Mein zwischenzeitlicher Wohnort Stykkishólmur erscheint auf der Karte in dicker und fetter Schrift - dabei wohnen dort nur knapp über 1.000 Einwohner. Dennoch ist es für isländische Verhältnisse ein großes Dorf, schließlich scheinen auf Plänen auch schon einmal zwei Häuser als Siedlung auf. Auf Snæfellsnes fahre ich am mächtigen Vulkan Snæfellsnesjökull vorbei, für die Besteigung wähle ich aber lieber den kleinen Vulkankrater Saxholl aus.

Auf dem Weg nach Akureyri im Norden mache ich einen Zwischenstopp am Skagafjörður. Das Gebiet ist für die Zucht der Islandponys bekannt. Reitfans kommen hier auf die Kosten, aber auch Pferdefleisch-Liebhaber. Das durch Berge eingerahmte Akureyri, das gerne von Kreuzfahrtschiffen angesteuert wird, ist unscheinbar. Aber immerhin gibt mir mein Gastgeber, ein Isländer, der in Salzburg überwintert, wichtige Tipps für die Weiterfahrt.

Auf Seite 2: Mondlandschaften, Papageientaucher und James Bonds Gletschersee.

Fast wie auf dem Mond

Unschlagbar ist die Weiterfahrt auf der Ringstraße in Richtung Osten. Das Gebiet um den See Mývatn-Gebiet ist malerisch. Die berüchtigten Mückenschwärme bleiben mir aufgrund des starken Windes erspart. Höhepunkt des Vulkansystems Krafla ist der schon von weitem zu sehende Krater Hverfjall mit einem gigantischen Durchmesser von einem Kilometer. Im Hochtemperaturgebiet Hverarönð (Hverir) fühle ich mich wie in einer Mondlandschaft. Ein Astronautenhelm wäre jetzt auch von Vorteil, denn Schwefelgeruch macht sich breit.

Nach viel Schönwetter zeigt sich Island zwischendurch auch von seiner regnerischen Seite. So bin ich schon nass, bevor ich beim gewaltigen Dettifoss - dem Wasserfall mit der höchsten Wassermenge - angekommen bin.

Auf einem Bauernhof in der Nähe von Höfn im Süden Islands stärke ich mich mit einer köstlichen Lammsuppe. Die kleinen Schafe sind auf der Speisekarte immer präsent - ob als Rohschinken, Kotelett oder als Eintopf. Tierische Begegnungen mache ich auch auf dem Vogelfelsen Ingólfshöfði, zu dem man nur nach einer halbstündigen Fahrt auf einem Traktoranhänger über eine Lagune gelangt. Dort sehe ich endlich das erste Exemplar der putzigen Papageientaucher, der wohl beliebtesten Vögel Islands, die dennoch auf der Speisekarte stehen.

Gletschersee Jökulsárlón lässt niemanden kalt

Der Gletschersee Jökulsárlón ist wohl der bekannteste Ort der ganzen Insel. Von einer Gletscherzunge brechen Eisberge in den See ab und treiben langsam in Richtung Meer. Mit einem Schlauchboot lasse ich mich über den See fahren, vorbei an unwirklich wirkenden bläulichen und weißen Eisstücken. Einst ist hier James Bond mit seinem Aston Martin über den gefrorenen See gejagt, allerdings im Winter.

Es geht weiter nach Vik, das als regnerischster Ort Islands bekannt ist. Allerdings hat er einen der schönsten Strände des Landes. Zwischen aufregenden Klippen, Felsnadeln und der Meeresgischt erstreckt sich schwarze Lava.

Den Abschluss der Reise bilden mehrere spektakuläre Wasserfälle. Der Skogafoss stürzt sich zwischen saftigem Grün in die Tiefe. Ein wahres Schmuckstück ist der Svartifoss mit seinen nahezu kunstvollen Basaltsäulen. Fast zu schön um wahr zu sein ist auch der Seljalandsfoss, hinter dem man durch eine Felseinbuchtung durchgehen kann. Nach Vik ist leider der Flughafen in Keflavik die nächste Station. Ich verabschiede mich von Island, die Liebe zur Insel bleibt auch nach der Rückehr so"heiß wie ein Vulkan".

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