Die zweijährige Melissa, die seit Sonntag in Bingen vermisst und am Dienstag von Tauchern leblos aus dem Fluss Lauchert geborgen wurde, ist ertrunken. Die Ergebnisse der von der Staatsanwaltschaft Hechingen angeordneten Obduktion wurden am Donnerstag von der Polizei in Ravensburg veröffentlicht. Es gibt keine Hinweise auf Gewalteinwirkung oder Fremdbeteiligung am Tod des Kindes.
Entgegen den ursprünglichen Angaben der Eltern war die Zweijährige nicht nur mit einem Pyjama, sondern mit vollständiger Alltagskleidung und Turnschuhen bekleidet gewesen. Nach Auskunft der Polizei hatte die Zweijährige ihr Elternhaus am späten Sonntagnachmittag zwischen 16 und 17 Uhr verlassen. Das Wohnhaus der Familie befindet sich in unmittelbarer Nähe des Flusses.
Gegen die 24-jährige Mutter Mihaela M. wird derzeit wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung ermittelt, wie Staatsanwalt Ronny Stengel am Donnerstag gegenüber RTL erklärte. Es bestehe die Annahme, dass sie möglicherweise ihre Aufsichtspflicht verletzt habe.
Stengel unterstrich, dass die Ermittlungen in diesem Fall noch nicht abgeschlossen sind. Aktuell gebe es keine Anschuldigungen gegen den Vater Adrian M. Die Ermittler gehen davon aus, dass der Vater zum fraglichen Zeitpunkt nicht anwesend war. "Sie hatte ihr Kinderzimmer im ersten Stock. Wir können uns nicht erklären, wie sie ganz allein die Treppe runterkam", erklärte Adrian M. am Donnerstag gegenüber der "Bild"-Zeitung.