Melissa Naschenweng (35) ist Österreichs erfolgreichste Schlagersängerin, doch hinter dem Glitzer verbirgt sich ein Mensch voller Ängste, Zweifel und Einsamkeit. Dieses Bild malt nun der krone.tv-Podcast "Message. Macht. Medien" von Polit-Insider Gerald Fleischmann.
Besonders aufhorchen lässt Melissa mit ihren Aussagen zum Thema Frauensicherheit. Auf die Frage, ob sie sich nachts in Städten wie Wien, Graz oder Linz sicher fühle, antwortet sie schonungslos ehrlich: "Ich habe Angst und ich finde, dass es schade ist, dass man im eigenen Land Angst haben muss. Ich fühle mich als Frau allein nicht sicher."
Auch politisch wird es im Gespräch. Beim Thema Gendern ist Melissa klar: "Ich fühle mich trotzdem gleich viel wert, obwohl ich oft einmal auf das Gendern verzichte, oder eigentlich immer, weil ich einfach … ich verschleudere mich teilweise selbst und denke mir so: Ich weiß gar nicht mehr, ob das grammatikalisch richtig ist."
Zur Gabalier-Debatte rund um die Bundeshymne ohne die Zeile "Heimat großer Töchter" meint sie nur: "Ich habe das nie schlimm gefunden. Dann hat er es halt so gesungen, wie er es gelernt hat. Ich fühle mich deswegen nicht diskriminiert als Frau."
Noch überraschender ist ein bisher kaum bekanntes Kapitel aus dem Beginn ihrer Karriere. 180 Auftritte pro Jahr, kaum Schlaf, schlechte Ernährung, Dauerstress. Dann kommt ein Satz, der aufhorchen lässt: "Irgendwann, wo ich im Krankenhaus war, habe ich gedacht: So geht's halt nicht."
Der Moment habe sie endlich wachgerüttelt. Melissa erklärt, sie habe danach gelernt, früher schlafen zu gehen und auf sich selbst zu achten. Rückblickend sagt die Sängerin: "Der Weg war ein Wahnsinn. Teilweise war es die Hölle." Und: "Wenn ich daran denke, was wir mitgemacht haben, kriege ich heute noch Schweißausbrüche."
Ein paar freie Tage zu Hause? Kaum auszuhalten für die Kärntnerin. "Drei Tage daheim und mir fällt die Decke auf den Kopf." Dann folgt eine ehrliche Selbstreflexion: "Vielleicht ist es auch die Angst: Interessiert sich keiner mehr? Braucht mich keiner mehr?" Deshalb brauche sie die Bühne: "Ich bin so süchtig danach."
Deshalb ist sie auch bereit, den hohen Preis des Ruhms zu bezahlen: "Für Geld wäre mir der Preis ehrlich gesagt zu hoch. Hinter jeder Bühnenfigur versteckt sich ein Mensch mit Ängsten, mit Zweifeln, mit Einsamkeit teilweise. Man sieht nur das Bühnenlicht und das Glitzer, aber dahinter ist einfach Dauerdruck."
So ehrlich gibt sich Melissa Naschenweng selten. Hinter der strahlenden Alpenbarbie steckt eine verletzliche Frau, die genauso ihre Ängste und Zweifel hat, wie alle anderen.