Ungarns neuer Regierungschef Péter Magyar trieb Reformen voran, um das "System Orbán" abzubauen – mit Erfolg. Verbündete des früheren Ministerpräsidenten wurden aus Staatsanwaltschaft, Polizei und Militär entfernt. Schlussendlich musste sogar Staatspräsident Tamas Sulyok seinen Sessel räumen. Interimistisch hat nun Agnes Forsthoffer seine Agenden übernommen.
Weniger erfolgreich war Magyar bisher auf der Suche nach einem fixen Nachfolger für Sulyok. Von der Schachgroßmeisterin Judit Polgar erteilte ihm eine Absage. Zuvor hatte der Regierungschef die ungarische Bevölkerung dazu aufgerufen, Vorschläge zu machen. Darunter finden sich einige bekannte Gesichter.
Wie der "Guardian" berichtete, gilt derzeit ein Mann als Favorit, dessen Gesicht weltweit durch ein Meme bekannt wurde. Es handelt sich dabei um "Hide The Pain Harold". Mit bürgerlichem Namen heißt der Wunschkandidat vieler im Netz Andras Arato. Er ist pensionierter Elektroingenieur und führt derzeit die Rangliste an.
Auf diesen finden sich auch Models, Bodybuilder, Realitystars und der Erfinder des Rubik-Würfels, Ernö Rubik. Magyar betonte, dass er sich jemanden ohne Parteihintergrund wünsche. Demnach habe sich der Regierungschef bereits mit zwei möglichen Kandidaten getroffen: Zum einen mit dem Historiker Ignac Romsics und dem bekannten Anwalt Botond Fülöp.
Letzterer deckte einen Skandal um die Begnadigung eines wegen Beihilfe zu pädokriminellen Handlungen Verurteilten auf. Dies führte im Jahr 2024 zum Rücktritt der damaligen Staatspräsidentin Katalin Novak.
In Ungarn kann laut Verfassung jeder 35-jährige Staatsbürger mit Wahlrecht für das Amt des Präsidenten kandidieren. Bestimmt wird der Staatspräsident vom Parlament. Dafür ist die Empfehlung von mindestens einem Fünftel der Abgeordneten notwendig.
Dass es tatsächlich einer der Spaßkandidaten wie "Hide The Pain Harold" oder der Rubik-Erfinder auf den Wahlzettel schaffen, gilt als unwahrscheinlich. Dennoch sorgen die Umfragen im Netz für einiges an Aufsehen.