Bewegende Worte

"Mental tot!" Olympiasieger packt über Depressionen aus

Michael Rösch kämpfte als Olympiasieger im Verborgenen. Nun spricht er erstmals über seine Depression und Suizidgedanken.
Sport Heute
24.02.2026, 16:53
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Biathlon-Olympiasieger Michael Rösch hat erstmals offen über seine Depression während der aktiven Karriere gesprochen. "Der Olympiasieg war öffentlich. Der schwerste Kampf fand im Stillen statt. Mental war ich zeitweise tot", sagte der 42-Jährige der "dpa". In seinem Podcast "Nacksch – vom Olympiasieg in die Depression" schildert er nun die Hintergründe.

Rösch gewann 2006 in Turin Staffel-Gold, doch an den frühen Triumph konnte er sportlich nicht mehr anschließen. Rückschläge, finanzielle Sorgen und der Verlust seines Weltcup-Startplatzes 2010 setzten ihm zu. Nach einem Rennen 2009 in Pokljuka sei er "mit einem Müllsack über der Schulter aus dem Stadion gegangen – innerlich war ich gebrochen", erzählt er.

Professionelle Hilfe nahm er damals nicht in Anspruch, aus Angst, als nicht belastbar zu gelten. Die Situation verschärfte sich weiter. Nach Konflikten mit dem deutschen Verband wechselte Rösch zu Belgien, verlor dadurch auch seinen Beamtenstatus. Anfang 2013 habe er erstmals einen "Ansatz von Suizidgedanken" verspürt.

Weitere gesundheitliche Probleme, darunter Pfeiffersches Drüsenfieber und ein Achillessehnenriss, brachten ihn später in eine "lebensbedrohliche Situation". Erst nach seinem Karriereende 2019 suchte Rösch Hilfe, begab sich in Behandlung und absolvierte mehr als 50 Therapiesitzungen.

Heute sagt Rösch: "Sucht euch Hilfe!" Die Therapie sei für ihn kein abgeschlossener Prozess.

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