Mercedes ist in der Formel 1 aktuell das Maß aller Dinge. Die "Silberpfeile" haben sechs Siege aus sechs Rennen geholt, Shootingstar Andrea Kimi Antonelli gewann die letzten fünf Grands Prix in Serie. An Mercedes führt aktuell kein Weg vorbei.
Trotzdem sorgt eine Entscheidung des Motorsport-Weltverbands für Aufsehen. Trotz der Dominanz der "Silberpfeile" darf Mercedes seinen Motor weiterentwickeln. Und Konkurrent Red Bull nicht.
Ausschlaggebend dafür ist das neu eingeführte ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunities). Dieses sollte Motorenherstellern, die hinterherhinken – in besonderem Maße Honda – die Chance geben, aufzuholen. Der Hintergedanke war es, mehr Chancengleichheit im Feld herzustellen. Je größer der Rückstand, desto mehr Budget und Update-Möglichkeiten würden zur Verfügung stehen.
Doch die Einschätzung der FIA sorgte nun für Kopfschütteln. Denn der Automobil-Weltverband hat den V6-Motor von Red Bull als den stärksten Antrieb im Feld bewertet. Das hat zur Folge, dass Mercedes ein Update am Motor bringen darf, die Bullen hingegen gar keines. Alle weiteren Hersteller (Ferrari, Audi und Honda) dürfen den Motor sogar zweimal updaten.
Der Motorsport-Weltverband hat nach dem Grand Prix von Kanada die Leistung sämtlicher Motoren gemessen. Einerseits, um den besten Antrieb im Feld zu finden, andererseits, um die Rückstände zu messen.
Das Problem dabei ist, dass Mercedes mit dem Elektromotor und der Batterie wohl das beste Motorenpaket hat, im ADUO-Verfahren aber nur der V6-Verbrennungsmotor gemessen wird. Dass die Bullen in diesem Punkt den stärksten Antrieb haben, dürfte dem Rennstall zwar durchaus schmeicheln, es bedeutet aber, dass alle anderen Motorenbauer weiter entwickeln dürfen, und Red Bull, das ohnehin schwächelt, nicht. Hinter vorgehaltener Hand ist bereits spekuliert worden, dass Mercedes womöglich gar nicht die volle Leistung seines Motors gezeigt hat.