Nicht mal ein Loch in den Straßen von Monaco konnte Kimi Antonelli stoppen: Der Überflieger aus Italien hat mit starken Nerven auch den Großen Preis von Monaco gewonnen und erneut Formel-1-Geschichte geschrieben. Im Alter von 19 Jahren und 286 Tagen ist Antonelli der jüngste Sieger des prestigeträchtigen Rennens im Fürstentum, mit dem fünften Triumph nacheinander baute der Italiener zudem seine Führung in der WM aus.
Hinter Antonelli fuhr Altstar Lewis Hamilton auf den zweiten Platz. Der Ferrari-Pilot zeigte bereits in den freien Trainings auf und belohnte sich für ein starkes Renn-Wochenende – für ihn ist es das neunte Podium im Fürstentum. Isack Hadjar wurde in einer chaotischen Schlussphase Dritter, er profitierte von Zeitstrafen seiner Konkurrenten.
Zum Ende des Rennens wurde es dann richtig kurios: Der Grand Prix wurde nach 68 von 78 Runden für längere Zeit abrupt unterbrochen – weil der Asphalt in der Bremszone vor der letzten Kurve aufgebrochen ist. Die Strecken-Probleme führten zum Aus von Lance Stroll und Charles Leclerc, beide untersteuerten und rutschten geradeaus in den Reifenstapel.
Mit einer Kehrmaschine und Besen versuchten die Marshalls, den porösen Asphalt zu entfernen. Die Fahrer warteten derweil schier endlos lange in der Boxengasse. Weil an dieser Stelle bereits 75 Prozent des Rennens absolviert waren, hätte die Rennleitung den GP auch einfach für beendet erklären können. Stattdessen gab es allerdings einen stehenden Restart, und die verbliebenen zehn Runden wurden gefahren.
Beim dann folgenden stehenden Start blieb Antonelli eiskalt, er hat in der WM nach dem sechsten von 22 Rennen nun 156 Punkte – und er demütigte seinen Teamkollegen George Russell, als er den Engländer gar überrundete. Damit ist jetzt Hamilton erster Verfolger von Antonelli, hat 66 Punkte Rückstand auf den Italiener.
Antonelli profitierte vom frühen Aus von Max Verstappen. Der von Platz zwei gestartete Ex-Weltmeister kam wegen technischer Probleme überhaupt nicht vom Fleck und stand den Verfolgern somit im Weg. Antonelli nutzte diese Steilvorlage und zog an der Spitze davon. Dahinter entwickelte sich nur ganz kurz ein Duell der beiden Ferrari, danach setzte sich Hamilton immer weiter von Leclerc ab.
Nicht nach Wunsch verlief das Jubiläums-Rennen von McLaren: Im 1000. Grand Prix des Teams schied Weltmeister Lando Norris (England) in der 46. von 78 Runden wegen technischer Probleme aus. Der Australier Oscar Piastri fuhr in die Punkte und durfte nach Zieleinfahrt wegen ausstehender Strafen zunächst noch auf einen Podiumsplatz hoffen.