Wie geht es mit Formel-1-Mittelständler Alpine weiter? Diese Frage beschäftigt gerade das Formel-1-Fahrerlager. 24 Prozent der Anteile am Rennstall stehen zum Verkauf. Diese hält aktuell Otro Capital, ein Investmentkonsortium, bei dem auch Stars wie Ryan Reynolds oder Michael B. Jordan mit von der Partie sind. Otro Capital will die Anteile verkaufen, das ist kein Geheimnis – allerdings nur, wenn der Preis stimmt.
Und der hat beim Interesse von Mercedes-Teamchef Toto Wolff offensichtlich nicht gestimmt. Der gebürtige Wiener wollte mit den "Silberpfeilen" die Minderheitsbeteiligung am Rennstall erwerben. Das hätte für Mercedes durchaus Sinn gemacht, Alpine hätte eine Art zweites Team für die "Silberpfeile" werden können, so wie es die Racing Bulls für Red Bull sind, wie es Haas für Ferrari ist, wo die Italiener ja viele Komponenten an das US-Team liefern. Seit dieser Saison fährt Alpine, einst das Renault-Werksteam, auch mit Mercedes-Motoren.
Wolff hatte jedenfalls Interesse, die Verhandlungen über die Übernahme der 24 Prozent sind allerdings gescheitert, wie auch Flavio Briatore, der starke Mann des Formel-1-Rennstalls, am Rande des Grand Prix von Monaco klarmachte. Und sich dabei durchaus kein Blatt vor den Mund nahm. "Die Verhandlungen sind vor drei Tagen geplatzt. Der Preis war zu hoch, irgendwann haben sie einen anderen Preis festgelegt", erzählte Briatore offen. Otro Capital soll für die 24 Prozent stolze 720 Millionen US-Dollar, also etwa 618 Millionen Euro, aufgerufen haben. "Toto war in den Verhandlungen immer sehr fair. Bei den Leuten von Otro sehe ich diese Fairness nicht", schimpfte Briatore.
Die Otro-Bewertung würde bedeuten, dass der Rennstall über 2,4 Milliarden Euro wert sei – eine Summe, mit der auch Briatore nur wenig anfangen kann. "Ich halte es für sehr schwierig, dass jemand 600 Millionen Euro ausgibt, um eine Minderheitsbeteiligung an einem Unternehmen zu erwerben, wenn dies nicht mit der Mehrheit abgestimmt ist. Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht, weil unter den aktuellen Bedingungen wird das nicht funktionieren", meinte Briatore, bezog sich darauf, dass der Renault-Konzern bis September noch ein Vetorecht beim Verkauf der Otro-Anteile besitzt.
Nachdem Wolff nun aus dem Rennen ist, stellt sich die Frage, ob Christian Horner zum Zug kommen könnte. Der Brite war Anfang Juli 2025 als Red-Bull-Teamchef abgesetzt worden, seine Sperrklausel, um bei einem anderen Team einzusteigen, ist Anfang Mai aufgegangen. Horner will zurück in die Formel 1, und das am besten als Miteigentümer – wie es auch sein Erzrivale Wolff ist. Dann könne er nämlich nicht so leicht entlassen werden.
Horner war immer wieder mit Alpine in Verbindung gebracht worden, soll Interesse daran haben, die Anteile zu erwerben. Das würde auch Briatore freuen, die beiden sind gut befreundet. "Ich weiß nicht, ob Christian in einer der Gruppen involviert ist. Aber ich habe keinerlei Probleme mit ihm. Ich habe eine super Beziehung mit ihm. Und ich kenne ihn schon 20 Jahre lang", schmunzelte Briatore. An sich sei aber alles nun das Problem des Renault-Konzerns.