Skandal

Met-Museum sagt Ausstellung von John Galliano ab

Das New Yorker Metropolitan Museum of Art hat die geplante Ausstellung über John Galliano nach Kritik an seinen antisemitischen Aussagen abgesagt.
Christine Scharfetter
01.09.2026, 09:20
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Das Costume Institute des Metropolitan Museum of Art muss sich nach einem neuen Thema für die Met Gala 2027 umsehen. Noch vor wenigen hatte das Institut verkündet, dass der 65-jährige britische Modedesigner John Galliano im Frühjahr 2027 mit der Retrospektive "John Galliano: Horizons" geehrt wird – und damit für viel Aufruhr gesorgt.

Doch das ist jetzt Geschichte. Wie das Museum und der Designer gemeinsam am Montag bekannt gaben, wird die Ausstellung, die seinem vier Jahrzehnte umfassenden Werk gewidmet sein sollte, nicht stattfinden. Grund dafür ist der öffentliche Druck, der sich aufgrund antisemitischer und rassistischer Äußerungen von 2010 und 2011 entzündet hat.

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Kritik aus Politik und Gesellschaft

Unter anderem sollen jüdische Führungspersönlichkeiten und Spender gedroht haben, ihre Unterstützung für das Museum zurückzuziehen, falls die Ausstellung wie geplant stattfinden sollte.

Auch aus der New Yorker Stadtpolitik kam Kritik: Julie Menin, Sprecherin des Stadtrats, schrieb in einem offenen Brief, Gallianos "lange Geschichte von Antisemitismus, Rassismus und antiasiatischer Hetze ist zutiefst beunruhigend". Eine Ehrung in so prominenter Form sei daher "völlig unangemessen".

Museumsdirektor Max Hollein betonte, dass das Metropolitan Museum of Art keinerlei Antisemitismus, Rassismus oder Vorurteile dulde. Anna Wintour, Gastgeberin der Met-Gala, verteidigte Galliano jedoch und lobte ihn als "großartigen Designer".

Galliano bedauert seine Aussagen

Auf Instagram erklärte Galliano am Montag: "Nach reiflicher Überlegung und Gesprächen mit dem Met und allen Beteiligten bin ich mit großer Trauer zu dem Entschluss gekommen, dass es für die Ausstellung das Beste ist, sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht stattfinden zu lassen." Er übernehme weiterhin die "volle Verantwortung" für jene Aussagen und entschuldigte sich erneut. Er wolle mit der Debatte um seine Person das Met nicht in eine schwierige Lage bringen beziehungsweise von der Arbeit des Costume Institute ablenken.

Im Jahr 2010 hatte Galliano in einem Pariser Café zwei Frauen mit den Worten "Ich liebe Hitler" provoziert. Die Äußerung sorgte damals international für Empörung und führte dazu, dass sich Dior von ihm trennte. Auch ein französisches Gericht verurteilte Galliano wegen antisemitischer und rassistischer Beleidigungen.

John Galliano hatte nach dem Skandal öffentlich um Entschuldigung gebeten und suchte den Kontakt zu jüdischen Vertretern. 2014 kehrte er als Chefdesigner bei Maison Margiela zurück.

Nach dem Franzosen Yves Saint Laurent (1983) und der Japanerin Rei Kawakubo (2017) wäre Galliano erst der dritte lebende Designer gewesen, der eine eigene monografische Retrospektive im Costume Institute erhalten hätte.

Das Museum kündigte an, Pläne für eine neue Schau, die als Rahmen für die Met-Gala 2027 dienen soll, zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben.

{title && {title} } kiky, {title && {title} } Akt. 01.09.2026, 09:25, 01.09.2026, 09:20