Als "Ratten" gebrandmarkt

Mexikanischer "Batman" klebt Motorraddiebe an Masten

Ein rätselhafter Rächer sorgt im Bundesstaat Jalisco für Aufsehen. Er überwältigt mutmaßliche Motorrad-Diebe und klebt sie an Straßenmasten fest.
Nick Wolfinger
29.06.2026, 14:43
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Ein mysteriöser Rächer hält derzeit die Polizei im mexikanischen Bundesstaat Jalisco auf Trab. Weil die Zahl der Motorraddiebstähle in der Stadt Lagos de Moreno zuletzt stark gestiegen sein soll, greift der Unbekannte offenbar zu Selbstjustiz. Mit seiner ungewöhnlichen Methode sorgt er nun weltweit für Schlagzeilen.

Dieben "Ratte" auf Stirn geschrien

Der erste Fall wurde am 12. Juni bekannt. Ein Mann wurde im Stadtteil El Calvario mit Klebeband an einen Straßenmast gefesselt aufgefunden. In den folgenden Tagen wiederholte sich die Szene an mehreren Orten der Stadt. Insgesamt registrierten die Behörden fünf ähnliche Fälle.

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Die Männer waren mit großen Mengen Klebeband an Masten oder Laternenpfählen fixiert, ihre Münder ebenfalls zugeklebt. Auf mehreren Gesichtern stand mit Filzstift das spanische Wort "Rata" – auf Deutsch: "Ratte". Um die Brandmarkung zu unterstreichen, malte der Täter einigen Männern Schnurrhaare ins Gesicht. Das gilt als Markenzeichen des unbekannten Rächers.

"Batman" hinterließ Botschaften

Neben den Gefesselten standen Motorräder, die laut den hinterlassenen Botschaften gestohlen worden sein sollen. Auf großen Kartons hinterließ der Unbekannte zudem Warnungen, wonach noch härtere Strafen folgen würden, falls die Diebstähle weitergehen. Ob die Vorwürfe gegen die Männer tatsächlich zutreffen, ist bislang allerdings nicht bestätigt.

Die Polizei behandelt die Gefesselten deshalb als Opfer einer Straftat. Keiner der Männer wurde offiziell wegen eines Motorraddiebstahls angezeigt, mehrere wiesen jedoch Verletzungen auf und mussten medizinisch versorgt werden. Ein Mann wurde mit blutverschmiertem Gesicht gefunden.

"Batman" wird selbst zum Gejagten

Die Ermittlungen kommen bisher nur schleppend voran. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat bislang keiner der Gefesselten Anzeige gegen den oder die Angreifer erstattet. Dennoch fahnden die Behörden nach dem unbekannten Täter, der in sozialen Netzwerken bereits als "Mexiko-Batman" bezeichnet wird. Ermittler haben bereits zwei Fahrzeuge identifiziert, die mit den Taten in Verbindung stehen könnten. Festnahmen gab es bisher keine.

Selbstjustiz ist in Teilen Mexikos kein neues Phänomen. Immer wieder bilden sich Bürgerwehren, die gegen Kriminelle oder Drogenkartelle vorgehen. Die Behörden warnen jedoch davor, das Gesetz in die eigene Hand zu nehmen.

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