In einer historischen Tempelanlage Mexikos haben Wissenschafter den Eingang zur "Unterwelt" entdeckt. Der Fundort liegt in der einstigen Metropole Teotihuacán, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und eine beliebte Touristenattraktion ist.
In einer historischen Tempelanlage Mexikos haben Wissenschafter den Eingang zur "Unterwelt" entdeckt. Der Fundort liegt in der einstigen Metropole Teotihuacán, die zum Unesco-Weltkulturerbe zählt und eine beliebte Touristenattraktion ist.
Die Tempelanlage Teotihuacán zählt seit langem zu den Top-Sehenswürdigkeiten Mexikos und wurde 1987 zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt. Nun ist die historische Stätte um eine Attraktion reicher: In einem Tunnel zwischen der Sonnenpyramide und dem Tempel der gefiederten Schlange nordöstlich von Mexiko-Stadt stießen Wissenschafter auf rund 50.000 Opfergaben, sagte Ausgrabungsleiter Sergio Gomez am Mittwoch.
Statuen, Edelsteine und Muscheln
Unter den Funden seien Statuen, Weihrauchbehälter, Edelsteine und Muscheln. "Für die Menschen von Teotihuacán symbolisierte der Tunnel den Eingang in die Unterwelt", sagte Gomez.
Wahrscheinlich bestattete die Bevölkerung dort auch ihre Herrscher. Der Tunnel ist 138 Meter lang und liegt in etwa 18 Meter Tiefe unter der Erdoberfläche. Die Archäologen forschen bereits seit elf Jahren an der Stelle.
Künstlicher Himmel an Tunneldecke
Die Bewohner von Teotihuacan schufen in dem Tunnel sogar einen künstlichen Himmel. Glitzernde Steine an der Decke sollten an die Sterne erinnern. Die Funde ließen die Geschichte der Hochkultur noch einmal in einem neuen Licht erscheinen, sagte die Direktorin des Nationalen Instituts für Anthropologie und Geschichte, Maria Teresa Franco.
Zur Blütezeit im 5. und 6. Jahrhundert war Teotihuacán die wichtigste Metropole Mesoamerikas und eine der größten Städte der Welt. Im 14. Jahrhundert fanden die Azteken sie verlassen vor.