Es ist ein goldener Moment für die K-Pop-Welt: Der Song "Golden" gewinnt den Oscar – und die Macher rund um Sängerin Ejae sowie die Produzenten Teddy Park, Kwak Joong-gyu, Lee Yu-han, Nam Hee-dong, Seo Jeong-hoon und Mark Sonnenblick dürfen sich über den begehrten Goldjungen freuen.
Doch der große Moment auf der Bühne bekommt schnell einen bitteren Beigeschmack.
Denn bei den Oscars gilt eine eiserne Regel: Dankesreden sind streng getaktet. Rund 45 Sekunden haben die Gewinner Zeit – dann greift die Regie ein. Erst setzt Musik ein, die signalisiert: Bitte langsam zum Ende kommen.
Diesmal geht die Oscar-Regie aber noch einen Schritt weiter.
Als einer der Musiker gerade zum Mikro greifen will, wird die Musik plötzlich deutlich lauter – und kurz darauf passiert das Unglaubliche: Das Mikro wird einfach abgeschaltet.
Keine Chance für den verdutzten Gewinner, noch ein Wort zu sagen. Auf der Bühne entsteht kurz hektische Aufregung, auch im Publikum ist das Raunen deutlich zu hören.
Für Sängerin Ejae ist der Sieg dennoch ein persönliches Märchen. Die Künstlerin hatte jahrelang versucht, in der knallharten K-Pop-Welt Fuß zu fassen. Schon mit elf ging sie zur Talentschmiede SM Entertainment nach Seoul. Doch der große Durchbruch blieb lange aus.
Mit 23 fühlte sie sich laut eigenen Aussagen "schon wie eine Großmutter in der K-Pop-Welt". Erst als Songwriterin kam die Wende – und schließlich das Angebot, den Titelsong für den Netflix-Hit "KPop Demon Hunters" zu schreiben und zu singen.
Jetzt hat sie einen Oscar.