Milliarden-Hilfen in der Landwirtschaft unfair verteilt

Ein französischer Bauer versprüht in Piace, Nordwestfrankreich, das "wahrscheinlich krebserregende" Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Um die globale Klimakrise lösen zu können braucht es auch eine Agrarwende.
Ein französischer Bauer versprüht in Piace, Nordwestfrankreich, das "wahrscheinlich krebserregende" Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Um die globale Klimakrise lösen zu können braucht es auch eine Agrarwende.
JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP / picturedesk.com
Jedes Jahr fließen global 460 Mrd. Euro an Subventionen in die Landwirtschaft. Für eine nachhaltige Wirtschaft müssten Gelder umverteilt werden.

87 Prozent der weltweiten Subventionen für die Landwirtschaft sind laut einer UNO-Studie wettbewerbsverzerrend und schaden der Umwelt sowie kleinen Unternehmern. Deshalb fordern unter anderem die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) sowie das Entwicklungsprogramm (UNDP) der Vereinten Nationen eine drastische Umverteilung der Agrarhilfen.

Insgesamt werden aktuell den Angaben zufolge 540 Milliarden US-Dollar (460 Mrd. Euro) pro Jahr als Hilfen an die Landwirtschaft gegeben. 470 Milliarden Dollar davon sollten anders und nachhaltig genutzt werden, wird in dem heute veröffentlichen Bericht vorgerechnet.

Die Studie sei "ein Weckruf für Regierungen der Welt", sagte FAO-Generaldirektor Qu Dongyu. Die Chefin des UNO-Umweltprogramms (UNEP), Inger Andersen, ermahnte die Staaten, die Chance zu nutzen, "die Landwirtschaft zu einem Haupttreiber für das menschliche Wohlergehen und einer Lösung für die Bedrohungen durch den Klimawandel, den Naturverlust und die Umweltverschmutzung zu machen".

Chancenungleichheit Große Agrar-Konzerne bevorzugt

In ihrer Studie schlagen die Autoren Alarm: Die derzeitigen Hilfen würden zumeist über Zölle oder Fördergelder verteilt, die an die Herstellung und den Anbau gewisser Güter geknüpft seien. Dies sei ineffizient, verfälsche die Preise, schade der Gesundheit, zerstöre die Umwelt und führe zu Chancenungleichheit. Große Agrar-Konzerne würden bevorzugt gegenüber bäuerlichen Kleinbetrieben, in denen vielfach Frauen arbeiteten.

Die Folgen seien dramatisch: Im Jahr 2020 litten 811 Millionen weltweit an Unterernährung, fast jeder dritte Mensch auf der Welt hatte keinen regelmäßigen Zugang zu ausreichender Ernährung. Eine Umverteilung der Hilfsgelder könnte Milliarden Menschen helfen.

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