Minister zu Ski-Ansturm: "Abstände werden eingehalten"

Elisabeth Köstinger und Rudolf Anschober reagieren erstmals auf den Ski-Andrang.
Elisabeth Köstinger und Rudolf Anschober reagieren erstmals auf den Ski-Andrang.TikTok, Picturedesk - Montage "Heute"
Dicht gedrängte Warteschlangen vor den Liften, Sportler ohne Maske – die Bilder aus den Skigebieten verstörten zu den Feiertagen. Aber nicht alle.

Montagnachmittag flatterte das Dokument "Medieninfo Ski-Lifte" in die heimischen Redaktionen. Es enthält wertvolle Hinweise für alle Passivsportler, die sich am Wochenende bei der Einordnung der Fotos aus sozialen Netzwerken vercarvt hatten. Gottlob aber haben wir eine Bundesregierung, die abkühlend zur Seite steht, wenn die Lockdown-Gemüter zu überhitzen drohen.

So also verwenden sich Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) höchstselbst dafür, um klarzustellen, dass "die Öffnung der Skigebiete vor allem am Wochenende gut angenommen" wurde. Ehe man einwenden könnte, dass daran angesichts der ausgeflogenen Horden gar kein Zweifel bestünde, fahren die beiden Minister entschlossen im Text fort. Ziel der Regierung sei es, "unter Einhaltung höchster Sicherheitsmaßnahmen Wintersport zu ermöglichen". 

"Abstände werden eingehalten"

Die Skigebiete und Liftbetreiber hätten sich "darauf weitgehend gut vorbereitet", so Anschober und Köstinger unisono. Den nächsten Satz werden eifrige Medienkonsumenten mutmaßlich zwei Mal lesen, aber wenn sie nicht gerade einen Tagespass lösen, haben sie dank Shutdown ja reichlich Zeit dafür. Also: "Abstände werden eingehalten", konstatieren die beiden Regierungsmitglieder, um gleich im nächsten Schwung weiter auszuführen: "Betreiber haben für Sicherheitspersonal bei Liftanlagen gesorgt", darüber hinaus herrsche "hohe Disziplin beim Tragen des verpflichtenden FFP2-Mund-Nasen-Schutzes in geschlossenen Bergbahnen".

Nur "vereinzelt" sei es laut Köstinger und Anschober – vor allem in Skigebieten nahe der Ballungsräume und mit vielen Tagesgästen – "zu Problemen gekommen". Beinahe schon enttäuschend kühl fort: "Dort bedarf es dringend der nötigen Verbesserungen."

Da Fakten bekanntlich nur selten zwei Wahrheiten kennen, hat "Heute" die Einzelfälle – aus Ost und West – in der untenstehenden Bildergalerie ohne jeden Anspruch auf Vollständigkeit zusammengefasst.

Köstinger: "Ansturm in stadtnahen Skigebieten"

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (VP), die mit den Städtern – Stichwort Bundesgärten – heuer schon einmal im Clinch war, bricht sodann noch eine Lanze für das Bergvolk. Sie lässt sich wie folgt zitieren: "Der Ansturm war vor allem in stadtnahen Skigebieten besonders groß. Die Betreiber haben sich darauf bestmöglich vorbereitet, die Kontingentierungen von Liftkarten und Parkplätzen funktionieren in den meisten Skigebieten. Dort, wo es Verbesserungen braucht, um größtmögliche Sicherheit zu garantieren, werden diese Maßnahmen schnellstmöglich von Bundesländern, lokalen Behörden und Betreibern umgesetzt.“

Es könne aber nicht "ohne Konsequenzen bleiben, wenn einzelne Liftbetreiber sich nicht an die Regeln halten", leistet Polizeiminister Karl Nehammer (VP) noch einen Assistenzeinsatz in Sachen Vernunft: "Jeder Betreiber muss damit rechnen, dass er nicht nur von der Polizei schwerpunktmäßig kontrolliert und angezeigt wird, sondern auch von den Gesundheitsbehörden gestraft wird.“

Anschober erklärt Ski-Regeln

Auch bei Gesundheitsminister Rudolf Anschober scheint die Bindung zur Öffnung der Outdoorsportanlagen anhaltend stabil. "Viele Betreiber in den Skigebieten handeln korrekt nach den Vorgaben, aber einige haben gestern erschreckende Bilder geliefert, die sich nicht wiederholen dürfen. Eine enge Zusammenarbeit von Gesundheitsbehörde und Exekutive soll die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen", so Anschober. Er erklärt noch einmal die drei wichtigsten Pisten-Regeln im Pandemie-Jahr:

▶ Mindestabstand und Mund-Nasenschutz im Wartebereich zu den Liftanlagen ab dem 6. Geburtstag
▶ FFP2 Masken in Gondeln und auf abdeckbaren Sesselliften sowie in dazugehörigen geschlossenen Gebäuden ab dem 14. Geburtstag
▶ Maximal 50 prozentige Auslastung der Gondel- und Liftanlagen sind jedenfalls einzuhalten

Angesichts des dringenden Appells werden sich die Bilder am Neujahrswochenende wohl nicht wiederholen. Viele Skigebiete haben nämlich schon reagiert. Sie haben die Webcams einfach umgedreht. Das ist das Schöne an Österreich: Es findet sich immer ein Kompromiss. Auch, wenn er ski-zophren anmutet ...

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