Ministerin erhält 25.000 Samen und wichtige Botschaft

Übergabe der Unterschriften für die Petition "Vielfalt schützen, Gesundheit ernten!" an Ministerin Elisabeth Köstinger (1. März 2021)
Übergabe der Unterschriften für die Petition "Vielfalt schützen, Gesundheit ernten!" an Ministerin Elisabeth Köstinger (1. März 2021)Arche Noah / Teresa Novotny
Der Verein Arche Noah warnt vor einem Sorten-Einheitsbrei in der Landwirtschaft mit schlimmen Folgen: "Vielfalt ist ein Schatz für die Zukunft".

Der gemeinnützige Verein "Arche Noah" setzt sich seit mehr als drei Jahrzehnten in Österreich für den Erhalt, die Verbreitung und die Entwicklung vom Aussterben bedrohter Kulturpflanzensorten ein. Gerade diese Vielfalt sehen die Mitglieder zunehmend in Gefahr: "Vielfalt auf dem Feld ist eine Voraussetzung für Ernährungssicherheit und die Basis für eine gesunde Ernährung, gerade in Zeiten von Klimakrise und Corona", erklärt "Arche Noah"-Chef Bernd Kajtna. 

Aus diesem Grund hatte der Verein eine Petition für "Vielfalt schützen, Gesundheit ernten!" ins Leben gerufen. Am heutigen Montag wurden nun die gesammelten 25.000 Unterschriften an Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger übergeben – symbolisch mit 25.000 Körnern Besenhirse-Saatgut.

Anfällig

In den letzten Jahrzehnten habe die genetische Vielfalt der hierzulande angebauten Kulturpflanzen stark abgenommen – und damit auch die Widerstandskraft gegen Krisen. "Laut UNO-Welternährungsorganisation FAO sind global bereits 75 Prozent der landwirtschaftlichen Vielfalt verlorengegangen, warnt Kajtna.

"In Österreich dominieren etwa 9 Apfelsorten 90 Prozent der Fläche. Alle sind eng verwandt und für ähnliche Probleme anfällig. Dabei birgt die Vielfalt der hunderten anderen Sorten viel Potential für Resistenzen gegen Pflanzenkrankheiten oder Trockenheit. Vielfalt ist ein Schatz für die Zukunft."

Regierung gefordert

Konkret müsse im Agrarumweltprogramm die Vielfalt geschützt werden und auf EU-Ebene eine Reform des Saatgutrechts durchgesetzt werden. Aufbauend auf ihren Einsatz für die Saatgut-Vielfalt als EU-Abgeordnete wird Landwirtschaftsministerin Köstinger nun aufgefordert, den Restriktionen rund um den Verkauf nicht-industrieller Sorten einen Riegel vorzuschieben. Zudem müsse das im Regierungsprogramm verankerte Züchtungsprogramm für biologische und samenfeste Sorten bald umgesetzt und finanziell im Budget abgesichert werden.

"Die gesamte Bundesregierung muss Vielfalt zur Priorität machen um langfristig unsere Gesundheit zu schützen", schärft CEO Kajtna abschließend noch nach.

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