Im frühen Herbst lief der "Booster", die dritte Corona-Impfung, an. Langsam nähert man sich nun den Zeitpunkt, wo die Dosis 270 Tage her ist, der Grüne Pass somit seine Gültigkeit verliert. Auch nimmt der Schutz vor schweren Verläufen nach mehreren Monaten bereits stark ab, insbesondere bei der neuen Omikron-Variante.
Auf der ganzen Welt wird deswegen über die Notwendigkeit und eine etwaige Pflicht zur vierten Impfung diskutiert. In Österreich beschäftigt sich das Nationale Impfgremium ab Freitag mit dieser Frage. Im "Ö1-Morgenjournal" war deswegen Dr. Maria Paulke-Korinek, Leiterin der Abteilung für Impfwesen im Gesundheitsministerium.
Eingangs stellt sie klar, dass eine vierte Impfung nicht notwendig ist, wenn man eher jung und gesund ist. "Wir haben wirklich gesehen, bei jungen, immunkompetenten Personen, hier gibt es wirklich keine Beweise für ein Nachlassen des Schutzes, vor allem gegen schwere Erkrankungen", stellt sie auf "Ö1" klar.
Anders ist das aber bei Personen über 80 Jahren, bei ihnen könnte ein Booster-Booster sehr wohl sinnvoll sein, so die Europäische Arzneimittelbehörde EMA. Auch die österreichische Empfehlung sieht das für "Hochrisikopersonen" ähnlich. Dazu zählen Immunsupprimierende sowie Menschen ab 65 Jahren. Hier wird ein kürzeres Anhalten des Impfschutzes erwartet.
"Bei denen kann frühestens ab sechs Monaten nach der dritten Impfung eine Impfung angeboten werden", so Paulke-Korinek. Im Laufe der nächsten Tage sollen dann offizielle Empfehlungen veröffentlicht werden. "Aber speziell wenn Vorerkrankungen vorliegen, ist es natürlich ideal, wenn man das mit den eigenen Ärzten bespricht."
Wer bisher "nur" zwei Mal geimpft ist und sich danach infiziert hat, soll diese 180 Tage nach Genesung abwarten und dann die dritte Dosis nachholen. Wer sich jetzt gerade erst während der Rekord-Zahlen angesteckt hat, habe nun ohnehin bis Ende des Sommers Zeit.
Fazit: Für den Großteil der Menschen ist die vierte Impfung derzeit also nicht notwendig, für Ältere ein Kann, aber kein Muss. Für den Herbst gehe das Gesundheitsministerium aber davon aus, dass eine neue Impfung notwendig sein wird.