In letzter Sekunde befreit

Mirella wurde 27 Jahre lang im Kinderzimmer eingesperrt

Die heute 42-jährige Mirella war mit 15 das letzte Mal an der frischen Luft. Ihr Martyrium fand im Juli dieses Jahres endlich ein Ende.
20 Minuten
17.10.2025, 17:16
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Es ist ein Sommertag Ende Juli, als die polnische Polizei zu einer Wohnung in Świętochłowice gerufen wird. Die Verhältnisse, welche die Einsatzkräfte dort vorfanden, spotten jeder Menschenwürde.

Vor Ort treffen die Beamten auf die 42-jährige Mirella und deren Eltern. Die Frau war dort über Jahre eingesperrt und weist laut einem Bericht der polnischen Zeitung "Fakt" große Wunden und Entzündungen an den Beinen auf. Vereinzelt reichen diese bis auf die Knochen.

Sie durfte nicht einmal auf den Balkon

Auf der Spendenseite pomagam.pl berichten Unterstützer von Mirella, dass sie in all den Jahren, in denen sie eingesperrt war, nie einen Arzt aufsuchte. Die 42-Jährige durfte weder spazieren gehen, noch den Balkon der Wohnung betreten. Tag für Tag habe sie in ihrem Zimmer ausgeharrt – die Fenster fast immer verschlossen.

Der Fall Josef Fritzl und Natascha Kampusch

Dieser Fall ruft unweigerlich Erinnerungen zwei Horror-Taten in Österreich hervor. Josef Fritzl hatte seine eigene Tochter 24 Jahre lang in einem Keller in Amstetten gefangen gehalten. Ebenfalls häufig mit solchen Tragödien in Verbindung gebracht wird der Fall von Natascha Kampusch, die im Alter von zehn Jahren entführt und mehr als acht Jahre lang gefangen gehalten wurde.

Gegenüber Nachbarn erklärten die Eltern von Mirella, ihre Tochter sei vermisst. Weil niemand nach der Jugendlichen suchte, änderten die Eltern ihre Geschichte und erzählten fortan, Mirella sei zu ihren leiblichen Eltern zurückgebracht worden. Danach geriet sie in Vergessenheit.

Auf der Spendenseite pomagam.pl berichten Unterstützer von Mirella, dass sie in all den Jahren, in denen sie eingesperrt war, nie einen Arzt aufgesucht habe.
pomagam.pl

Mirella war kurz vor dem Tod

All die Jahre war Mirella jedoch in der Wohnung eingesperrt gewesen. Eine Nachbarin sagte gegenüber der polnischen Zeitung: "Ich erinnere mich an sie aus meiner Kindheit. Sie war ein normales, gesundes Kind. Wir rannten im Garten herum, kletterten auf Bäume."

Mirellas Wunden waren lebensbedrohlich.
pomagam.pl

Die heute 42-Jährige ist offenbar nur um Haaresbreite dem sicheren Tod entgangen. Sie habe praktisch nicht mehr gehen können.

Die Wunden an ihren Beinen seien so schwer infiziert gewesen, dass sie ohne Pflege im Spital nicht mehr lange überlebt hätte, heißt es im Spendenaufruf weiter.

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