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Missbrauch von Daten – Milliardenklage gegen Google

Google muss sich wegen Missbrauch von urheberrechtlich geschützten Daten vor Gericht verantworten. Die Kläger fordern Schadenersatz in Milliardenhöhe.

Carolin Rothmüller
Um die unternehmenseigene KI zu trainieren, soll Google persönliche Daten von Millionen Internetnutzern missbraucht haben. (Symbolbild)
Um die unternehmenseigene KI zu trainieren, soll Google persönliche Daten von Millionen Internetnutzern missbraucht haben. (Symbolbild)
Getty Images

Um die eigene künstliche Intelligenz zu trainieren, soll Google große Mengen an persönlichen Daten und urheberrechtlich geschütztem Material missbraucht haben. Am Dienstag wurde deshalb eine Milliardenklage von acht Personen, die Millionen von Internetnutzern und Urheberrechtsinhabern vertreten, beim Bundesgericht in San Francisco eingereicht. Die Kläger fordern Schadenersatz in Höhe von mindestens fünf Milliarden Dollar.

"Google besitzt nicht das Internet, es besitzt nicht unsere kreativen Werke, es besitzt nicht unsere Ausdrucksformen unserer Persönlichkeit, Bilder unserer Familien und Kinder oder irgendetwas anderes, nur weil wir es online teilen", sagte der Anwalt der Kläger, Ryan Clarkson, in einer Erklärung. Clarksons Kanzlei reichte im Juni vor demselben Gericht eine ähnliche Klage gegen die von Microsoft unterstützte künstliche Intelligenz "OpenAI" ein.

Rechtlich erlaubt

Googles Chefjuristin, Halimah DeLaine Prado, sagte, das Unternehmen habe "seit Jahren klargestellt, dass wir Daten aus öffentlichen Quellen - wie im offenen Web veröffentlichte Informationen und öffentliche Datensätze - nutzen, um die KI-Modelle zu trainieren, die hinter Diensten wie Google Translate stehen, und zwar verantwortungsbewusst und im Einklang mit unseren KI-Grundsätzen." Laut der Juristin unterstütze das amerikanische Recht die Nutzung öffentlicher Informationen, um neue nützliche Anwendungen zu schaffen.

Buch vollständig kopiert

Die acht Kläger behaupten, dass Google Inhalte, die sie in sozialen Medien gepostet haben, und Informationen, die auf Google-Plattformen geteilt wurden, missbraucht hat, um seinen Chatbot "Bard" zu trainieren. Die in der Klage genannten Inhalte reichten von Fotos auf Dating-Websites bis hin zu Spotify-Playlists und TikTok-Videos. Eine der Klägerinnen, J.L., die als texanische Bestsellerautorin und Enthüllungsjournalistin beschrieben wird, sagte, Google habe auch ihr Buch vollständig kopiert.

Entscheidungsmöglichkeit

In der Klage wird Google dazu aufgefordert, Internetnutzern die Möglichkeit zu geben, sich gegen die "unerlaubte Datensammlung" zu entscheiden und die vorhandenen Daten zu löschen oder den Eigentümern eine "angemessene Entschädigung" zu zahlen.

Der Fall ist nur einer von vielen, die seit letztem Jahr gegen Unternehmen der boomenden KI-Branche eingereicht wurden, darunter Meta Platforms, Microsoft und OpenAI, wegen des angeblichen Missbrauchs von persönlichen Daten und urheberrechtlich geschützten Büchern, visueller Kunst und Quellcode, um ihre Systeme zu trainieren.

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    Pressefoto Scharinger / Andreas ZEECK