Wer in in den Ferien in ein fremdes Land reist und dort exotischen Tieren begegnet, zögert in der Regel nicht lange und macht ein Foto. Oder besser: ein Selfie. Ist ja nichts dabei, denken sich Touristen. Man zückt das Handy, und schon ist der Schnappschuss auch auf Instagram zu sehen.
Seit 2014 sind Aufnahmen dieser Art auf der App um 229 Prozent angestiegen, berichtet die "BBC". In den Augen von Tierschutzorganisationen ist das ein alarmierendes Ausmaß. Laut "Animal World Protection" spielt der Foto-Wahn der Touristen nämlich vor allem unseriösen Reiseveranstaltern in die Tasche.
An Pfähle gekettet
Putzige Kreaturen, darunter Faultiere, Vögel, Schlangen und Affen, würden in der Wildnis eingefangen, um Feriengäste als Foto-Requisite zu dienen. Gehalten werden die Tiere unter "herzzereißenden" Bedingungen, wie Untersuchungen aus dem Amazonasbecken von "Animal World Protection" zeigen.
Wenn sie nicht für ein Selfie herhalten müssen, sind Faultiere im brasilianischen Manaus oder in Puerto Alegría in Peru etwa an Pfähle gekettet. Kleinen Kaimanen wird der Mund zugeschnürt, damit sie während des Shootings nicht zuschnappen können. Insgesamt würden die Tiere ein mieses Dasein fristen — vor und hinter der Kamera.
Weil sozial mehr Spaß macht!
Heute Digital ist auch auf Facebook und Twitter vertreten. Folgen Sie uns und entdecken Sie die neusten Trends, Games und Gadgets aus der digitalen Welt.
>>> facebook.com/heutedigital
>>> twitter.com/heutedigital
Instagram will handeln
Das Angebot richtet sich nach der Nachfrage, schließen die Tierschützer von "Animal World Protection" aus ihrem Befund. Die Organisation sieht Instagram deshalb in der Pflicht, über die Schattenseiten des Wildlife-Tourismus zu informieren. Der Grund: Rund 40 Prozent der Tieraufnahmen und Selfies auf der Foto-App würden unter unzulänglichen Bedingungen aus Sicht der Tiere zustande kommen, behauptet die Organisation.
"Wir verbieten die Verwendung von Instagram, um kriminelle Aktivitäten zu erleichtern oder zu organisieren, die Tiere körperlich schädigen", teilt Instagram mit. Das Unternehmen arbeite mit Fachexperten daran, Nutzer über die schlechten Bedingungen solcher Touristenattraktionen aufzuklären. Wie das genau geschehen soll, ist bisher unklar. (hau)