Auf der kroatischen Urlaubsinsel Brač kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen gewaltige Waldbrände. Die Flammen haben sich mittlerweile über große Teile der Insel ausgebreitet, Touristen und Einheimische müssen immer wieder in Sicherheit gebracht werden.
Insgesamt sind bereits 56 Quadratkilometer betroffen. Das entspricht fast einem Siebentel der Fläche von Brač. Bis zu sieben Löschflugzeuge sind im Einsatz, berichtet das Nachrichtenportal "Dalmacija Danas".
Besonders dramatisch ist die Situation während der Nacht. Eine britische Urlauberin berichtete kroatischen Medien, wie sie gemeinsam mit ihrem Mann und dem einjährigen Kind vor den Flammen flüchtete.
Die Familie fuhr nachts mit einem Tretboot aufs Meer hinaus, um sich vor dem Feuer in Sicherheit zu bringen. "Wir schrien, wir weinten und beteten. Es ging um Leben und Tod", erzählte die Frau.
Schließlich gelang es der Familie, die Aufmerksamkeit eines Rettungsbootes auf sich zu ziehen. Die drei konnten an Bord gebracht werden.
Zahlreiche Urlauber mussten ihre Hotels und Ferienunterkünfte verlassen. Eine Rückkehr ist derzeit nicht möglich, gleichzeitig gestaltet sich für viele die Heimreise von der Insel schwierig.
"Unser Hotel ist völlig zerstört, wir wollen einfach nur heim", berichtete ein Tourist aus Großbritannien.
Allein aus einem Hotel wurden 400 Gäste und Mitarbeiter evakuiert. Neben dem Kampf gegen die Flammen müssen die Behörden deshalb auch die Rückreise gestrandeter Urlauber organisieren.
Von den Verantwortlichen hieß es: "Unsere absolute Priorität bleibt unsere Gäste und Mitarbeiter und wir werden weiterhin alles in unserer Macht Stehende tun, um ihnen die Hilfe und Unterstützung zu bieten, die sie brauchen".
Das Feuer war am 10. September auf Brač ausgebrochen. In der Nacht von Sonntag auf Montag zeigte sich die Situation etwas günstiger als in den Nächten davor.
Nach Angaben der Feuerwehr gab es keine größeren Flammen oder stärkere Rauchentwicklung. Kleinere Brandherde konnten demnach rasch bekämpft werden, bevor sie sich weiter ausbreiteten.
Feuerwehrchef Ivan Kovačević aus dem Bezirk Split-Dalmatien hält es für möglich, den Brand in den kommenden Tagen zu löschen – vorausgesetzt, es kommt kein Wind auf. "Das Feuer auf Brač hat sich über ein riesiges Gebiet ausgebreitet, und seine Länge wird auf 35 bis 40 Kilometer geschätzt", sagte Kovačević.
Nach Schätzungen der Feuerwehr sind durch die Brände bereits mehr als 4.000 Hektar Wald, Macchia und andere niedrige Vegetation zerstört worden.
Der Kampf gegen die Flammen geht damit weiter. Entscheidend dürfte laut Feuerwehr vor allem die Windentwicklung in den kommenden Tagen sein.