Gesundheit

Mit diesem Grippe-Vakzin wird heuer geimpft

Der Grippe-Impfstoff muss jährlich angepasst werden. Letztes Jahr blieb die Influenza jedoch so gut wie aus. Mit welchem Stamm wird nun geimpft? 

Sabine Primes
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Die beste Zeit, sich impfen zu lassen, ist Ende Oktober bis Anfang November.
Die beste Zeit, sich impfen zu lassen, ist Ende Oktober bis Anfang November.
Getty Images/iStockphoto

Parallel zum Corona-Impfangebot gibt es seit 2. November die Möglichkeit, sich kostenlos gegen Grippe (Influenza) impfen zu lassen. Laut Information des Impfservice Wien wird heuer mit fünf verschiedenen Vakzinen geimpft - je nach Alter.

Virenstamm vom Vorjahr, aber...

Influenzaviren verändern sich laufend. Daher ist eine jährliche Impfung mit angepasstem Impfstoff nötig. Üblicherweise wird die Grippeimpfung aus dem Grippevirusstamm des Vorjahres hergestellt. Die Corona- Sicherheitsmaßnahmen führten im vergangenen Jahr in Österreich jedoch nur zu einer Handvoll Grippefälle. Durch die internationalen Reisebeschränkungen wurde die Einschleppung der Influenzaviren nach Europa und damit auch nach Österreich auf ein Minimum reduziert. Das Ausbleiben der Influenzavirus-Aktivität wurde jedoch nicht nur hierzulande, sondern weltweit beobachtet.

Stellt sich die Frage: Mit welchem Stamm wird heuer gegen Influenza geimpft? Das beantwortet Virologin Monika Redlberger-Fritz im Gespräch mit "Heute": "Obwohl es nur sehr, sehr wenige Grippefälle vergangenes Jahr gab, ist es gelungen, die heurige Grippeimpfung mit genau diesem Virenstamm - also dem aktuellen - herzustellen."

Pluspunkt: Der aktuelle Grippeimpfstoff wirkt auch gegen jenen H3N2-Stamm, der seit Mitte Oktober in Kroatien kursiert

Die Grippe, auch Influenza genannt, ist eine Virus-Erkrankung. Grippe-Viren werden durch Tröpfchen-Infektion übertragen, vor allem durch Husten und Niesen. Aber auch eine Ansteckung über Hände ist möglich. Von der Ansteckung bis zum Beginn der Beschwerden dauert es nur wenige Tage. 
Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber, Husten, Muskelschmerzen, Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und einer allgemeinen Schwäche. Vor allem bei Menschen mit schwachen Abwehr-Kräften und älteren Personen können sich bestehende chronische Erkrankungen verschlechtern, zum Beispiel Asthma oder Herz-Erkrankungen. Auch weitere Beschwerden können auftreten, etwa Lungenentzündung oder eine Entzündung des Herzmuskels. Diese Erkrankungen können sogar zum Tod führen. Deshalb ist es unter allen Umständen notwendig, eine Grippe ordentlich auszukurieren und nicht zu verschleppen.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen einer echten Grippe (Influenza) und einem grippalen Infekt:
Bei einem grippalen Infekt ist das Fieber meist nicht so hoch und die Krankheit verläuft leichter und schneller.

Globale Influenza-Vernetzung

Der Hintergrund: Auch wenn in Österreich Influenza gar nicht oder nur in geringer Zahl in Erscheinung tritt, ist die Produktion eines aktuellen Impfstoffes möglich. Denn Forscher beobachten das Influenza-Geschehen weltweit und sind damit global vernetzt. Grippe-Patienten geben Proben ab, die nach Genf an die WHO-Zentrale (Weltgesundheitsorganisation, Anm.) geschickt werden, um den bestmöglichen Impfstoff für die nächste Saison festzulegen.

Obwohl dies gute Nachrichten sind, bleibt zu bedenken, dass diese ausgebliebenen Virusaktivitäten auch bedingen, dass somit in der Bevölkerung keine natürliche Boosterung durch Viruskontakte stattgefunden hat. Es ist daher möglich, dass mit Wegfall der Hygienemaßnahmen eine wiedereinsetzende Virusaktivität mit einer starken epidemischen Welle einhergeht. 

Kann ich mich gegen Grippe und Corona gleichzeitig impfen lassen?

Die gleichzeitige Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen mit anderen Lebend- oder Totimpfstoffen (inkl. Influenza-Impfstoffen) ist nach den Empfehlungen des Nationalen Impfgremiums möglich und sinnvoll. Kombi-Termine können entweder unter 1450 oder impfservice.wien gebucht werden. Die Grippeimpf-Aktion geht noch bis 29. Jänner 2022.

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