Was zunächst wie ein kleiner Trick wirkte, wurde über Jahre zu einem riesigen Geschäft. Ein Bademeister in einem Hotel im Pinzgau (Sbg.) soll immer wieder Pfand für Handtücher und Bademäntel kassiert haben – obwohl diese gar nicht ausgeliehen wurden. Die Gäste waren zwar da, doch die angeblichen Pfand-Geschäfte existierten nur in der Kassa.
Der Ablauf war simpel: Der Mann tippte Beträge wie 20 Euro für ein Handtuch oder 37 Euro für einen Bademantel ein, kassierte das Geld selbst und verbuchte später eine Rückgabe. So wirkte alles sauber – nur dass das Geld längst in seiner eigenen Tasche gelandet war. Über sechs Jahre hinweg soll er sich so mehr als 850.000 Euro gesichert haben. Zwischenzeitlich kamen laut Gutachten sogar bis zu 3.000 Euro pro Woche zusammen.
Aufgeflogen ist das Ganze eher unspektakulär. Im Hotel wunderte man sich über ein wachsendes Minus und suchte zunächst den Fehler im Computer. Erst später fiel auf: Immer dann, wenn der Bademeister Dienst hatte, war plötzlich besonders viel Bewegung im Pfandsystem. An freien Tagen dagegen herrschte auffällige Ruhe. Videoaufnahmen brachten schließlich die Gewissheit.
Für den Mann wird es jetzt richtig teuer. Das Gericht verhängte zwei Jahre Haft, davon acht Monate unbedingt. Dazu kommen rund 1,6 Millionen Euro an Zahlungen. Sein Pfand-Modell hat sich am Ende also nicht ganz ausgezahlt – zumindest nicht für ihn. Aus kleinen Beträgen wurde ein großes Geschäft – bis die Rechnung am Ende doch präsentiert wurde.