Managerin aus NÖ klagt

Mobbing-Vorwürfe – Frauenhaus-Chefin "soll Mund halten"

"Bossing"-Vorwürfe ausgerechnet gegen eine Einrichtung zum Schutz für Frauen: Die Geschäftsführerin soll vom Vorstand massiv gemobbt worden sein
Erich Wessely
05.09.2025, 05:15
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Seit 2021 ist die Betroffene Vollzeit als Geschäftsführerin für ein Frauenhaus in Niederösterreich tätig. Schnell wurde sie aber auch mit Arbeiten betraut, die gar nicht in ihr Aufgabengebiet fallen – etwa Zeitungsartikel für die Vereinsobfrau verfassen oder "sämtliche Reinigungsaufgaben im Haus mit den Sozialarbeiterinnen erledigen", wie es in der Klage heißt.

"Es hat einen Grund, warum Frauen mit Kindern im Frauenhaus Schutz suchen. Oft ist Gewalt im Spiel", so die ausgebildete Sozialarbeiterin, der daher auch das Thema Sicherheit sehr wichtig ist.

Als sie auf Probleme in dem Bereich hinwies – sie forderte u.a. einen Sicherheitszaun nach Einbrüchen – hieß es seitens des Dienstgebers, sie "soll den Mund halten. Es gibt keine Probleme, solange man nicht darüber spricht".

Als die Mitarbeiterinnen einen Betriebsrat gründen wollten, wurde Ende 2024 eine Krisensitzung einberufen, bei der der Vorstand die Klägerin für alle Missstände verantwortlich gemacht haben soll. "Es fand eine Täter-Opfer-Umkehr auf offener Bühne statt", so ihr Anwalt Gottfried Forsthuber.

"Man hat sie herabgewürdigt, als besserwisserisch dargestellt und versucht, sie in einer primitiven Art zu behandeln, sodass sie aufgibt und von sich aus kündigt." Mittlerweile ist seine Mandantin im Krankenstand, in wenigen Wochen findet die Verhandlung am Arbeitsgericht statt, hier geht es laut Klage um einen Streitwert von 43.736,52 Euro.

Forsthuber entschlossen: "Infolge wird auch die politische Verantwortung zu prüfen sein. Warum blieb das Land untätig?" Für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.

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