Möglicherweise Wiener unter den Miami-Vermissten

Die Suche nach Überlebenden nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Miami läuft. Wie nun klar wurde, dürfte unter den Verschütteten auch ein Österreicher sein.
Die Suche nach Überlebenden nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Miami läuft. Wie nun klar wurde, dürfte unter den Verschütteten auch ein Österreicher sein.GIORGIO VIERA / AFP / picturedesk.com
Die Suche nach Überlebenden nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Miami läuft. Unter den Verschütteten könnte sich auch ein Österreicher befinden.

Nach dem Teileinsturz eines zwölfstöckigen Wohnhauses im US-Bundesstaat Florida ist die Zahl der Todesopfer erneut gestiegen. Im Laufe des Dienstages sei in den Trümmern ein weiteres Opfer gefunden worden, sagte die Bürgermeisterin des Bezirks Miami-Dade, Daniella Levine Cava, am Dienstagabend an der Unglücksstelle in Surfside nahe Miami. Die Zahl der Toten sei damit auf zwölf gestiegen. 149 Menschen gelten weiter als vermisst.

Möglicherweise auch Österreicher unter Verschütteten

Wie indes bekannt wurde, wird auch in ein Österreicher seit dem Haus-Einsturz vermisst, er könnte sich unter den Verschütteten befinden, berichtet "Puls 4". Laut dem Sender soll es sich um den gebürtigen Wiener Benny Weisz handeln, der mit seiner Frau Malki (27) in Lakewood, New Jersey, lebte. In jener Nacht, als das Haus einstürzte, war das seit fünf Jahren verheiratete Paar zu Besuch bei dem Vater der 27-Jährigen. Seitdem fehlt von dem Paar jede Spur.

Von Unglück aus Schlaf gerissen

Das strandnahe Gebäude mit rund 130 Wohneinheiten war in der Nacht zu Donnerstag teilweise eingestürzt. Die Menschen wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht. Seitdem läuft eine verzweifelte Suche nach möglichen Überlebenden.

Rettungsteams sind rund um die Uhr im Einsatz – mit Spürhunden, Spezialkameras, Horchinstrumenten und schwerem Gerät. Levine Cava sagte, mehr als 200 Kräfte seien derzeit an der Unglücksstelle an der Suche beteiligt. Sie arbeiteten Tag und Nacht, in rotierenden Zwölf-Stunden-Schichten. Es gebe mehr als genug Kräfte für die Suche.

Zahl der Toten dürfte weiter steigen 

Kurz nach dem Einsturz hatten Einsatzteams zunächst mehrere Dutzend Menschen retten können. In den vergangenen Tagen verkündeten die Behörden jedoch nur noch düstere Nachrichten. Befürchtet wird, dass die Zahl der Toten angesichts der vielen Vermissten noch deutlich steigen dürfte. Elf der Toten sind laut Polizei bislang identifiziert: Die Opfer sind im Alter zwischen 26 und 83 Jahren.

 Die Suchtrupps haben in den Trümmern auch noch nicht identifizierte "menschliche Überreste" gefunden. Zur Identifizierung von Opfern wurden DNA-Proben von Angehörigen der Hausbewohner eingesammelt.

Ursache noch unklar

Zwischenzeitlich hatte ein Feuer in den Trümmern die Suchaktion erheblich behindert. Auch wiederkehrenderer starker Regen machte den Suchtrupps in den vergangenen Tagen immer wieder zu schaffen.

Die Ursache des teilweisen Einsturzes ist noch unklar. Der als Champlain Towers South bekannte Wohnkomplex stammt aus den 1980er Jahren. Am Wochenende war ein von einer externen Firma verfasster Inspektionsbericht aus dem Jahr 2018 öffentlich geworden, in dem Experten mehrere Mängel – darunter auch größere strukturelle Mängel am Beton des Gebäudes – aufgelistet hatten.

US-Medien berichteten außerdem über Schreiben der Hausverwaltung, die mit Verweis auf strukturelle Risiken Millionensanierungen anmahnten. Ermittler werden untersuchen, ob die offenbar fälligen Sanierungen mit dem Einsturz zusammenhingen.

Zustand "instabil"

Mit Blick auf den noch stehenden Teil des Wohnkomplexes sagte Levine Cava am Dienstagabend (Ortszeit), Experten überwachten den Zustand des Gebäudeteils kontinuierlich. Dieser sei nicht akut einsturzgefährdet, aber "instabil". Daher werde dieser Teil des Wohnkomplexes von den Einsatzkräften nicht mehr betreten.

Das Weiße Haus teilte mit, US-Präsident Joe Biden wolle den Unglücksort am Donnerstag gemeinsam mit seiner Frau Jill besuchen, um Einsatzkräften zu danken und Familien Beistand zu leisten, die um das Leben ihrer Angehörigen bangten.

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