Mond-Wackeln schuld an Rekord-Überschwemmungen?

Dieses Foto zeigt den "Super-Mond", wie er zwischen den Schornsteinen vom Kraftwerk Simmering, aufgeht. 
Dieses Foto zeigt den "Super-Mond", wie er zwischen den Schornsteinen vom Kraftwerk Simmering, aufgeht. Leserreporter Dominik
Laut Nasa wird der Mond im kommenden Jahrzehnt für starke Überschwemmungen in Küstenregionen sorgen. Schuld ist ein Wackeln in der Mondbahn.

Dass der Mond mit Ebbe und Flut auf der Erde in Zusammenhang steht, ist ja weithin bekannt. Doch ein weiteres Phänomen blieb bisher relativ unerforscht: In der Umlaufbahn des Mondes um die Erde gibt es eine Art Wackeln, einen Zyklus, der 18,6 Jahre andauert und sich dann wiederholt. Dieses könnte im kommenden Jahrzehnt für hohe Flut und Hochwassers sorgen.

Mond verstärkt die Gezeiten

"Die Kombination aus der Anziehungskraft des Mondes, dem steigenden Meeresspiegel und dem Klimawandel wird die Überschwemmungen an unseren Küsten und auf der ganzen Welt weiter verschärfen", erklärt Nasa-Administrator Bill Nelson. Die Hälfte des Mond-Zyklus schwächt die täglichen Gezeiten: Die Flut ist niedriger als gewöhnlich, Ebbe höher als normal. In der zweiten Hälfte des Zyklus werden die Gezeiten verstärkt: Die Flut wird höher, Ebbe niedriger als normal.

Dieses "Wackeln" der Mondumlaufbahn könnte in den 2030er Jahren zu Rekord-Fluten führen. Das geht aus einer aktuellen Studie der NASA und der Universität von Hawaii hervor. 

Höhere Meeresspiegel sorgen für hohe Flut und Hochwasser

Derzeit befindet sich der Mond in jener Phase seines Zyklus, in der die Gezeiten verstärkt werden. Jdeoch würden Überschwemmungen häufig nicht ernst genug genommen werden, da weniger Wasser involviert sei, erklärt Phil Thompson, der Hauptautor der Studie. "Aber wenn es zehn oder 15 Mal im Monat eine Flut gibt, kann ein Geschäft, dessen Parkplatz unter Wasser steht nicht arbeiten. Menschen verlieren ihre Arbeitsstelle, weil sie nicht zur Arbeit gelangen und versickernde Senkgruben werden zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit".

Bereits 2019 hat die Nationale Ozean- und Atmosphärenbehörde (NOAA) in den USA mehr als 600 Hochwasser in Verbindung mit der Flut gezählt. Diese Zahl wird der Studie zufolge in den 2030er-Jahren dramatisch ansteigen.

Deshalb arbeiten die Forscher nun an einem Online-Tool, welches anzeigt, wann es wo einen Anstieg geben wird. "Wenn man weiß, dass alle Ereignisse in einem Monat liegen oder dass man im zweiten Halbjahr schlimmere Überflutungen haben wird als im ersten Halbjahr – das sind wertvolle Informationen", so Studien-Co-Autor Ben Hamlington.

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