Montenegro ist dem EU-Beitritt einen großen Schritt näher. Die 27 Botschafter der EU-Länder haben am Mittwoch in Brüssel entschieden, eine Arbeitsgruppe für den Entwurf eines Beitrittsvertrags für das kleine Balkanland zu gründen. Laut einem Vertreter ist das zwar ein technischer, aber entscheidender Schritt Richtung EU-Mitgliedschaft. EU-Ratspräsident António Costa sprach von einem "Meilenstein".
"Glückwunsch an Montenegro - wir haben heute einen großen Schritt für Euren Beitritt zur Europäischen Union getan", so Costa. "Zum ersten Mal seit mehr als einem Jahrzehnt startet die EU den Countdown für die nächste Erweiterung", sagte er weiter.
Montenegro zählt gemeinsam mit Albanien zu den nächsten Kandidaten für eine Erweiterung der EU. Zuletzt ist 2013 Kroatien beigetreten. Das Land an der Adria hat rund 670.000 Einwohner.
Bisher hat Montenegro 14 von 35 sogenannten Clustern für den EU-Beitritt abgeschlossen. Dabei geht es um Verhandlungen zu Themen wie Steuerrecht und Umweltpolitik, die an die europäischen Standards angepasst werden müssen.
Montenegro hofft jetzt, bis 2028 EU-Mitglied zu werden. "Hervorragende Nachrichten aus Brüssel", teilte die montenegrinische Europa-Ministerin Maida Gorcevic mit. Die Entscheidung zeige, dass das Land auf dem richtigen Weg zu einer baldigen Mitgliedschaft ist.