Die Montignac Methode reduziert nicht nur das Gewicht, sondern fördert laut Begründer Michel Montignac auch Gesundheit und Wohlbefinden. Richtiges und bewusstes Essen lautet die Devise. Nicht der Verzicht, sondern die Ernährungsumstellung steht also im Vordergrund.
Die Idee:
Benannt ist die Methode nach ihrem Mitbegründer Michel Montignac (* 1944 / † 2010). In Zusammenarbeit mit zahlreichen Ärzten und Wissenschaftlern entwickelte der Franzose eine spezielle Methode zur Gewichtsreduktion und Gesundheitsförderung. Montignac erprobte seine Ernährungsprinzipien auch an sich selbst und verlor damit über 15 Kilo. Als bewährte Alternative zu herkömmlichen Diäten stellt die Montignac Methode eine beliebte Form der Ernährungsumstellung dar.
Die Methode:
Kalorien zählen - nein Danke! Die Montignac Methode baut nicht wie herkömmliche Diäten auf dem Prinzip des Kalorienzählens auf. Der Fokus liegt ganz klar auf der bewussten Auswahl von Lebensmitteln zur Optimierung des Stoffwechsels. Man verzichtet auf Produkte, die den Blutzuckerspiegel stark ansteigen lassen und sagt so den überschüssigen Kilos den Kampf an.
Sport und körperliche Betätigung als Mittel zur Gewichtskontrolle werden in der Montignac Methode nicht berücksichtigt.
Um die Ernährungsumstellung zu erleichtern, werden Kohlenhydrate, Fette und Proteine in die Kategorien "sehr gut", "gut" und "schlecht" eingeteilt. Hierbei spielt vor allem der "glykämische Index" eine große Rolle. Dieser gibt an, wie stark der Blutzuckerspiegel nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel steigt. Anhand dieser Kategorien können sich Abnehm-Begeisterte einen individuellen Essens-Plan erstellen. Verzicht und Hungern stehen hierbei also nicht auf der Tagesordnung.
Die Montignac Methode besteht grundsätzlich aus zwei Phasen: Die aktive Gewichtsreduktion und die Stabilisierung des Gewichtes. In Phase 1 sollten vor allem Lebensmittel mit einem sehr niedrigen glykämischen Index auf den Teller kommen. Zur Orientierung: einen hohen glykämischen Index haben beispielsweise liegen hingegen im mittleren Index-Bereich.
Zu vielen und Hülsenfrüchte darf man ohne schlechtes Gewissen greifen, da sich der Blutzuckerspiegel hier kaum erhöht. In Phase 2 sind die Vorgaben weniger streng und man darf durchaus auch zu "schlechten" Lebensmitteln greifen.
Die "Sehr Guten":
Empfohlen werden Produkte mit einem sehr niedrigen glykämischen Wert. Dazu zählen vor allem Gemüsearten wie:
Bohnen
Sprossen
Salate
Tomaten
Spargel
Spinat
Zucchini
Eier
Kaffee
Käse
Sauerkraut
Kirschen
Kiwis
Äpfel
Mangos
Kohl
Beeren
Diese Lebensmittel lassen den Blutzuckerspiegel nur wenig ansteigen und führen daher nicht zu einer Gewichtszunahme.
Die "Guten":
Lebensmittel mit einem sogenannten "mittleren glykämischen Wert" sind beispielsweise:
Melone
Reis
Apfelstrudel
Nudeln
Muffins
Diese Produkte sollte man nur in Maßen genießen und nicht allzu oft zu sich nehmen.
Die "Schlechten":
Abgeraten wird hingegen vom Verzehr vieler , Weißmehl und Zucker im Allgemeinen. Auch von folgenden Produkten sollte man die Finger lassen:
Mais
Bier
Kartoffeln
Kürbis
Marzipan
Popcorn
Hamburger
Bananen
Pommes
Limonade
Weizenmehlprodukte
Vor allem gekochtes Gemüse schraubt den Blutzuckerspiegel sekundenschnell in die Höhe und sollte daher wirklich nur in Maßen genossen werden.
Die Montignac-Regeln auf einen Blick:
"Sehr gute" Lebensmittel dürfen mit einer beliebigen Menge an Fett und kombiniert werden.
Als "gut" eingestufte Produkte sollte man nicht mit Fett kombinieren. Ausnahme sind hier pflanzliche .
Auf "schlechte" Lebensmittel sollte man zur Gänze verzichten, denn sie führen zu einer Gewichtszunahme.
Lesen Sie weiter: die Stärken und Schwächen der Diät
Stärken & Schwächen
Die folgende Analyse erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, außerdem kommt es grundsätzlich auf die individuelle, körperliche und alters- und geschlechtsspezifische Verfassung des Diät-Willigen an. Die Diäten sind vorrangig für gesunde Menschen gedacht. Im Zweifelsfall sollte man immer einen Arzt konsultieren.
Stärken:
KALORIEN: Endlich eine Abnehm-Methode ohne lästiges Kalorienzählen. Die Montignac-Methode setzt auf die intelligente Auswahl von Lebensmitteln und Rezepten - Ein Pluspunkt!
SCHWIERIGKEITSGRAD: Essen mit Maß, Ziel und Köpfchen. Abnehmen à la Montignac ist mit Sicherheit nicht das simpelste Schlankheitsrezept, doch wer das Konzept einmal durchschaut hat, kann gezielt und bewusst "gute" Lebensmittel auswählen.
WIRKUNG: Konsequenz und Disziplin lautet das Motto! Wer sich dauerhaft an die Methode hält, kann auch ohne schlechtes Gewissen die Beine hochlegen. Die Diät ist also optimal für Sportmuffel und disziplinierte Esser. Wer sich jedoch zu ernährungstechnischen Sünden hinreißen lässt, ist bei der Montignac Methode wohl an der falschen Abnehm-Adresse.
Schwächen:
AUFWAND: Wer sich die Mühe macht, wird auch belohnt. Die Einteilung in "sehr gute", "gute" und "schlechte" Lebensmittel ist auf den ersten Blick gewöhnungsbedürftig, kompliziert und aufwändig. Hat man jedoch einmal den Durchblick, ist die Auswahl des Essens keine Hexerei. Wichtig ist, dass man vor allem in Phase 1 des Abnehm-Prozesses sehr streng mit sich sein muss, um Erfolge verbuchen zu können. Im Privaten lässt sich die Methode also relativ gut umsetzen. Schwierig wird es allerdings, wenn man auswärts isst, Heißhunger auf Süßes bekommt oder die Faulheit siegt.
GESUNDHEIT: Mit der Montignac Methode purzeln zwar die Kilos, es kann jedoch aufgrund der einseitigen Ernährung schnell zu Mangelerscheinungen kommen. Hier ist also Vorsicht geboten! Experten warnen auch vor der These, bestimmte Lebensmittel als durchgängig "schlecht" zu bezeichnen und die gesundheitsfördernde Wirkung von Sport nicht zu berücksichtigen.
Fazit:
Essen und trotzdem abnehmen! Ja, Bitte - Dabei die Gesundheit gefährden? Nein Danke. Die Montignac Methode wirkt auf den ersten Blick sehr durchdacht und durchaus sinnvoll. Auf den zweiten, etwas kritischeren Blick stellt sich jedoch heraus, dass die Diät im wahrsten Sinne des Wortes mit Vorsicht zu genießen ist.
Der Ansatz, den Blutzuckerspiegel niedrig zu halten, führt auf Dauer zu einer eher einseitigen Ernährung. Heißhunger auf Süßes ist ebenso vorprogrammiert. Grundsätzlich kann man jedoch einige Anregungen der Methode übernehmen und somit eine bewusstere Ernährung fördern.
Fazit: Probieren geht wie immer über studieren, aber in diesem Fall sollte der gesunde Hausverstand nicht außer Acht gelassen werden.
Buchtipp: Gabriele Brigitte Scheucher hat in ihrem Buch "Montignac auf Wienerisch" die Küche des französischen Gründervaters mit einem österreichischen Touch versehen. So ist ein Buch entstanden, dass Genuss ohne schlechtes Gewissen möglich und schmackhaft macht
Rezepte:
Literatur:
"Die Montignac-Diät - Abnehmen für Genießer" von Michel Montignac: 2010, Verlag: Dorling Kindersely, Seiten: 255.
"100 Rezepte für Genießer - Schlank schlemmen mit gutem GLYX" von Michel Montignac: 2010, Verlag: Dorling Kindersley, Seiten: 255.
"Montignac auf Wienerisch - Essen ist Lustgewinn" von : 2011, Verlag: G&G Kinder- u. Jugendbuch, Seiten: 240.