Muss Hadishats Killer keinen Tag in Haft?

Knalleffekt nur zwei Tage vor dem Prozess-Auftakt: Ein Gutachten hält Hadishats mutmaßlichen Killer für nicht zurechnungsfähig. Das würde bedeuten: Klinik statt Haft für Robert K.

"Greif zu, pack zu und würg" – so kühl schilderte Robert K. (16) dem Psychiater Werner Gerstl nun seinen absurden Auftrag. Innere Stimmen hätten ihm befohlen, Hadishat zu töten.

"Ich griff nach dem Hals und habe angefangen zu würgen (...) dann musste ich ein Messer holen und zustechen. Und dann war sie auch schon tot." Trotz mehrerer Selbstmordversuche sei er darüber nicht betrübt: "Der Tod von Stephen Hawking macht mich trauriger." Und weiter: "Es ist keine Frage der Gerechtigkeit, andere Menschen umzubringen. Es ist mir gesagt worden und ich habe es getan."

Nach Tat ins Fast-Food-Restaurant

Nach der fürchterlichen Bluttat im Ditteshof in Wien-Döbling hat er sein Opfer im Müll entsorgt. "Dann", so Robert K., "bin ich mit einem Freund zu McDonald's gegangen und hatte Appetit. Später bin ich nach Hause gegangen und hab' mich einfach hingelegt. Ich war so leer."

Diese Antwort ist für den Psychiater besonders aufschlussreich, denn, so Gutachter Gerstl: "Hier bestätigt sich besonders drastisch, dass der Beschuldigte weder Empathie noch Mitleid kennt. Es macht ihn so gefährlich, weil man Emotionen im Entwicklungsprogramm kaum nachholen kann."

Angst vor Stimmen

Warum er nicht viel früher über die Stimmen gesprochen habe, wollte der Sachverständige wissen. Antwort: "Aus Angst vor dem Irrenhaus oder Folter." Und jetzt? "Ich muss keine Angst haben, sagen die Stimmen." Auch mit seinem Opfer stehe Robert K. in Kontakt: "Hadishat war bei mir in der Zelle und ich konnte mit ihr reden." Worüber? "Sie wollte wissen, wieso ich das gemacht habe. Dann war sie weg."

Warum die kleine Hadishat so qualvoll sterben musste, muss Robert K. ausgerechnet am achten Geburtstag seines Opfers am Mittwoch auch am Wiener Landesgericht beantworten. Folgen die acht Geschworenen der Expertise des Psychiaters (unzurechnungsfäig wegen einer Frühform der Schizophrenie) muss Robert K. keinen einzigen Tag in Haft, sondern wird in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen.

Die Anklage

Gutachter widersprechen sich

Glauben sie dem Erstgutachten des Grazer Psychiaters Peter Hofmann, droht dem Burschen die Höchststrafe (15 Jahre Haft) mit anschließender Einweisung bis zur völligen Heilung. "Es könnte aber auch ein Obergutachten eingeholt werden, dann müsste der Prozess am Mittwoch vertagt werden", sagt Opfervertreter Nikolaus Rast. Für ihn und die Hinterbliebenen von Hadishat ist ohnehin am wichtigsten: "Er sollte nie wieder freikommen."

In der neuen Expertise wird die Rückfallwahrscheinlichkeit binnen Zehn-Jahres-Frist mit 31 Prozent angegeben. Heißt: Robert K. würde wohl wieder morden. Für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

Hirschbrich kommt mit Bodyguard

Aber auch seine Verteidigerin versucht vor dem Prozess nochmals in die Schlagzeilen zu kommen. Liane Hirschbrich soll laut "Kronen Zeitung" zwei Leibwächter angeheuert haben, die sie am Mittwoch am Wiener Landesgericht beschützen sollen. Wie berichtet, beklagte die Anwältin wiederholt via "Krone", dass sie Todesdrohungen erhalte. Nikolaus Rast betonte stets, "dass von meinen Klienten keinerlei Gefahr" ausgehe. Rast: "Sie wollen ein gerechtes Urteil, keine Rache". Am Wiener "Landl" hat man indes strenge Sicherheitsvorkehrungen getroffen: Es wird zwei Metalldetekoren (einen beim Haupteingang und einen vor Verhandlungssaal 106) geben, zudem wird strenges Film- und Fotografierverbot im gesamten Gebäude herrschen. Auch die Sondereinheit Wega soll vor Ort sein. Robert K. wird zudem von Justizwachebeamten hermetisch abgeschirmt.

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