"Müssen die Krot schlucken" – Wut auf Handelskontrollen

Der Handel muss ab sofort jeden Kunden auf den 2G-Nachweis kontrollieren – ohne Ausnahme.
Der Handel muss ab sofort jeden Kunden auf den 2G-Nachweis kontrollieren – ohne Ausnahme.GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com
Ab sofort muss der Handel jeden einzelnen Kunden auf den 2G-Nachweis kontrollieren. Polizei sei man aber keine, sagt Handeslobmann Rainer Trefelik.

Ab sofort gilt in Österreich eine neue Corona-Maßnahme: Der Handel muss jeden einzelnen Kunden auf seinen 2G-Nachweis kontrollieren – möglichst beim Eingang, spätestens aber an der Kassa. Zusätzlich gilt auch im Freien eine FFP2-Pflicht, wenn der 2-Meter-Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann. Und: Auch Dienstleister müssen ihre Kunden kontrollieren, ob diese entweder geimpft oder genesen sind. Ungeimpfte bleiben im Lockdown, dürfen nur Lebensnotwendiges kaufen.

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Kaum machbar seien diese Kontrollen, klagen vor allem viele kleine Unternehmen. Oder aber, sie sind mit großem zusätzlichen Personalaufwand verbunden, wie es von XXXLutz heißt. Die Maßnahme müsse man "schlucken", ist der Tenor, aber alles sei besser als ein Lockdown. Empörung herrscht aber darüber, dass die Maximalstrafen für ungeimpfte Kunden, die eigentlich gar nicht zum Shopping außer Haus dürften, nur halb so hoch seien wie für die Betreiber von geschäften.

"Wir müssen die Krot schlucken"

"Wir müssen die Krot schlucken", sagt Handeslobmann Rainer Trefelik von der Wirtschaftskammer zu der 2G-Kontrollpflicht, er könne das Unverständnis "absolut nachvollziehen". Trefelik sah im Ö1-"Morgenjournal" eine ganz andere Auusgangslage als in der Gastronomie: Dort gehe man in Ruhe hin und plane Zeit ein, um das Essen zu genießen, im Handel schaue man oft nur schnell für rasche Besorgungen vorbei. Es hänge auch von der Kundenbeziehung ab, aber die Situation sei schwierig.

"Aus der virologischen Sicht" sei Trefelik dafür, dass der Handel am Eingang der Geschäfte kontrolliere. Außerdem könne man nicht Kunden zwei Stunden lang beraten, um ihnen dann nach einer Kontrolle beim Bezahlen zu sagen, man können ihnen nichts verkaufen, so Trefelik. Sinn mache eine Kontrolle an der Kassa eher bei Geschäften, in die man wegen schnellen Besorgungen gehe, so Trefelik. "Davon gehe ich immer aus, dass der Handel die Sache ernst nimmt", so der Obmann.

"Handel ist nicht Träger und Treiber der Infektion"

Der Wirtschaftsexperte wies aber auch darauf hin, dass der Handel "anders als die Gastronomie" durchgehend FFP2-Maskenpflicht umgesetzt hätte. Der "Handel ist nicht Träger und Treiber der Infektion", so Trefelik, man bekenne sich aber "zum Signal der Kontrollen". Trefelik sei froh, dass die Politik einen anderen Weg gehe und sich nicht für einen Lockdown, sondern ein "Durchtauchen" der Welle mit offenen Geschäften entscheiden habe.

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Eines stellte Trefelik aber klar: "Der Handel ist nicht die Polizei." Man könne von MItarbeitern nicht verlangen, innerhalb kürzester Zeit "zu Kriminalisten" zu werden und Fälschungen bei 2G-Nachweisen aufzudecken. Ein "gewisses kriminelles Potenzial" könne man im Handel nicht ausschließen, so Trefelik. Er bat um Mitarbeit der Kunden bei den Kontrollen, die von sich aus die Nachweise vorzeigen sollten: Eine Diskussion beim Eingang der Geschäfte bringe keinen etwas.

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