Comeback von Johannes Oerding

Musiker verrät: "Schicksalsschlag warf mich aus Bahn"

Nach einer persönlichen Krise meldet sich der "Sing meinen Song"-Gastgeber mit voller Energie zurück. Am 17. April tritt er in Wien auf.
02.04.2026, 06:00
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Die Pause ist vorbei. Nach einer bewussten Auszeit meldet sich Johannes Oerding zurück – mit frischer Energie und neuen Perspektiven. Fans dürfen sich nicht nur auf neue Musik freuen, sondern auch auf eine Arena-Tour, die den erfolgreichen Künstler durch Deutschland, Österreich und die Schweiz führt. Am 17. April tritt er in Wien im Gasometer Wien auf.

Seit über zwei Jahrzehnten steht Oerding für Kontinuität und Erfolg in der deutschen Musikszene. Seine Alben erreichen regelmäßig Gold- und Platinstatus, sein 2023 erschienenes Werk "Plan A" landete direkt auf Platz 1 der Charts. Die dazugehörige Tour markierte einen weiteren Höhepunkt seiner Karriere, neben der Gastgeber-Rolle in der deutschen Erfolgsshow "Sing meinen Song". Doch hinter diesem Erfolg stand zuletzt ein Mensch, der merkte, dass er innehalten musste.

Der Moment, in dem alles stillstand

"Ich war auf der Bühne – und plötzlich nicht mehr bei der Musik", erinnert sich Oerding. Stattdessen kreisten seine Gedanken um Alltägliches. Ein Moment, der ihm deutlich machte, dass etwas nicht stimmte. Nach Jahren im Dauerbetrieb zog er die Reißleine.

Die Gründe für diese Entscheidung waren tiefgreifend: Der Verlust seines Vaters und eine Trennung nach 13 Jahren hinterließen Spuren. "Viele private Schicksalsschläge haben mich aus der Bahn geworfen", sagt er offen im "Heute"-Interview. Die dreijährige Auszeit war daher nicht nur eine Pause vom Beruf, sondern vor allem eine Phase der Verarbeitung und Neuorientierung.

Drei Monate ohne Musik – und dann doch zurück zur Gitarre

Ganz bewusst verzichtete Oerding zunächst auf das, was sein Leben sonst bestimmt: Musik. Keine Instrumente, keine Aufnahmen, kein Songwriting. Doch die Stille hielt nicht lange an.

"Nach knapp drei Monaten habe ich gemerkt: Ich brauche das", erzählt er. In Chicago kaufte er sich schließlich eine Reisegitarre – ein Schlüsselmoment. "Da habe ich gemerkt, dass Musik wirklich in mir ist." Für ihn ist sie weit mehr als ein Beruf: ein innerer Antrieb, fast wie ein Bedürfnis.

Musik als Ventil und Erinnerung

Schon immer nutzte Oerding Musik, um Erlebtes zu verarbeiten. Besonders deutlich wird das in seinem neuen Material. Ein Song widmet sich seinem verstorbenen Vater – inspiriert von einem emotionalen Moment: ein rot gefärbter Himmel, den seine Familie einst mit einem liebevollen Bild erklärte – "Die Engel backen Plätzchen."

Solche Erinnerungen hält er in seinen Liedern fest. "Musik ist mein Ventil", sagt er. "Sie hilft mir, Dinge loszulassen, mich zu erinnern oder mich selbst zu motivieren." Der Tod seines Vaters hat auch seine Sicht auf den Glauben verändert. Während er sich früher eher als agnostisch beschrieb, spürt er heute, dass sich etwas in ihm verschiebt. "Mein Herz sucht nach einem Glauben", sagt er nachdenklich. Es ist ein Prozess, der noch nicht abgeschlossen ist – aber einer, der ihn prägt.

Der Blick nach vorn

Mit neuer Inspiration, verarbeiteten Erfahrungen und einem "vollen Energie-Tank" blickt Johannes Oerding nun nach vorn. Sein neues Album ist seit kurzem draußen und gerade bedeutet das für den Musiker – Interview- und Konzertmarathon.

Seine kommenden Konzerte dürften mehr sein als nur musikalische Events: Sie werden Geschichten erzählen – von Verlust, Neubeginn und der Kraft, immer wieder aufzustehen. Tickets für das Konzert in Wien (17. April) können auf Cute Concerts erworben werden.

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