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Mut zur Lücke und zur Eleganz

Mit dem 2000 CS stellte BMW ein kompaktes und erschwingliches Coupé auf die Straße, das der Stammvater einer langen Generation von BMW-Coupés ist.
Heute Redaktion
14.09.2021, 13:03

Bis Mitte der 1960er-Jahre hatte sich BMW wieder erfolgreich von Finanzsorgen und Übernahmerisiken freigestrampelt. Es ging aufwärts. Die "Neue Klasse" hatte sich zum Erfolg gemausert, da fehlte eigentlich nur noch ein Coupé, das der Marke zu noch mehr Glanz verhalf. Und dieses wurde an der IAA 1965 präsentiert, wo es auf große Begeisterung stieß.

In schneller Folge

1961 war der BMW 1500 und damit die "Neue Klasse" an der IAA in Frankfurt vorgestellt worden, gleichzeitig mit dem Luxuscoupé 3200 CS, das den bereits im Mai eingestellten BMW 503 (Design: Graf Goertz) beerbte. Der 3200 CS mit V8-Motor war so teuer, dass er in drei Jahren Bauzeit gerade einmal rund 600 Käufer fand. Einen Erfolg konnte man dies jedenfalls nicht nennen, trotz Bertone-/Giugiaro-Design und attraktiver Technik.

Doch den BMW-Machern war wohl klar, dass man mit dem 3200 CS nie zu kommerziellen Lorbeeren kommen konnte und bereits die ersten Monate BMW-1500-Produktion hatten gezeigt, dass man hier auf einem kleinen Juwel saß. So begann in der internen Designabteilung ab 1963 ein Mittelklasse-Coupé zu gedeihen und man nahm natürlich das Giugiaro-Coupé 3200 CS durchaus als Inspiration.

Präsentation im Jahr 1965

Im Juni 1965 wurde der neue BMW 2000 CS der Presse präsentiert, an der folgenden IAA in Frankfurt dann dem großen Publikum. Das elegante Design kam an. Für Kontroversen sorgte nur die ungewöhnliche Front mit den unter einer Glasabdeckung sitzenden Scheinwerfern und die freiliegende BMW-Niere sowie die darunterliegenden Kühlöffnungen, die an Haifischzähne erinnerten.

Dass man sich selbst bei BMW bei der Scheinwerfergestaltung nicht ganz sicher war, zeigte sich bei der Exportversion mit herkömmlichen Doppelscheinwerfern ohne Deckverglasung.

Rasant und luxuriös

Rund 180 km/h schnell lief das BMW 2000 CS Coupé, den Sprint von 0 bis 100 km/h schaffte es in 10,5 Sekunden. Dabei war es für die Zeit durchaus sparsam, beim Test der Automobil Revue liefen zwischen 11,5 und 14 Liter durch die beiden Solex-Vergaser.

Technisch entsprach der Wagen weitgehend dem fortschrittlichen BMW 1800 ti, allerdings wurde fast alles verbessert, am stärksten der Motor, der eine neue Kurbelwelle und eine optimierte Brennraumform erhielt.

Wer an der IAA ein BMW Coupé bestellte, musste sich viele Monate gedulden, bis er endlich den Zündschlüssel in die Hand nehmen konnte. Die Produktion lief nur zögerlich an, was damals vor allem mit der zweigleisigen Herstellung – Karosserie bei Karmann, Technik bei BMW – erklärt wurde. Tatsächlich gab es anfänglich erhebliche Probleme mit der Fertigungsqualität.

Und schon 1968 brachte BMW mit der Baureihe E9 die Sechszylinderversion des Coupés auf den Markt, die man auch als Hommage an den 2000 CS sehen könnte. Denn am Design wurden nur Bug und Heck verändert, der ganze Mittelteil blieb gleich.

Knapp über 13.000 Zweiliter-Coupés baute BMW von 1965 bis 1970, dann war die Zeit für den Vierzylinder in dieser Klasse vorbei. Heute gehören sie zu den gesuchten Raritäten.