Eine 34-jährige Frau und ihre 10-jährige Tochter galten seit Juli 2024 als vermisst. Am vergangenen Freitag, 14. November, wurden schließlich ihre beiden Leichen in einer Wohnung in der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck entdeckt – sie wurden in einer Kühltruhe hinter einer Rigipswand gefunden.
Die Polizei enthüllte am Dienstag in einer Pressekonferenz erschütternde Details zu der schrecklichen Tat. Mit deutlichen Worten eröffnete Landespolizeidirektor Helmut Tomac die Pressekonferenz: "Üblicherweise beginnen Ermittlungen mit dem Auffinden einer Leiche – in diesem Fall ist es der Schlusspunkt."
Nach 16 Monaten intensiver Ermittlungsarbeit fand die Polizei am vergangenen Freitag die sterblichen Überreste einer 34-jährigen Innsbruckerin und ihrer zehnjährigen Tochter – versteckt in zwei Kühltruhen, die sorgfältig hinter einer Rigipswand verbaut waren.
Die Frau und ihre Tochter waren am 25. Juli 2024 von einem Cousin aus Düsseldorf als vermisst gemeldet worden. Die 34-Jährige lebte mit dem Kind allein in Innsbruck. Laut Polizei hatte sie einem Arbeitskollegen, mit dem sie in einer Beziehung war, erzählt, dass sie mit ihrer Tochter "für eine längere Reise" in die Türkei aufbrechen wolle. Doch niemand aus ihrem Umfeld wusste Genaueres – und Bewegungen auf ihrem Konto blieben aus.
Zwischen 13. und 20. Juli 2024 hielten sich Mutter und Tochter tatsächlich in Düsseldorf auf. Dort wurden sie vom später hauptbeschuldigten Arbeitskollegen (55) abgeholt und nach Innsbruck gebracht. Der letzte telefonische Kontakt mit der Familie erfolgte am 21. Juli – danach herrschte völlige Funkstille.
Da die beiden trotz intensiver Suche spurlos verschwanden, gingen die Ermittler anfangs von einem Freiheitsentzug aus. Bald gerieten die beiden beschuldigten Brüder – 55 und 53 Jahre alt – in den Fokus. Besonders verdächtig: Bereits vor dem Verschwinden der Opfer hatte der 55-Jährige einen Lagerraum angemietet. Sein Bruder schaffte zwei Kühltruhen dorthin – der Kauf geschah ebenfalls vor dem Verschwinden.
Anfang August 2024 wurden die Truhen aus dem Lagerraum entfernt und in die Wohnung des 53-jährigen Bruders gebracht. Dort wurden sie hinter einer eigens errichteten Rigipswand gut getarnt verbaut. Eine Stromzufuhr war später für die Ermittler nicht sichtbar.
Zunächst waren die Truhen gekühlt. Doch nach der Festnahme der beiden Beschuldigten im Juni 2025 wurde die Wohnung nicht mehr bewohnt, der Strom abgedreht. Seit August 2025 seien die Truhen ungekühlt gewesen – entsprechend fortgeschritten war der Verwesungszustand der Leichen. Eine Todesursache konnte bislang nicht festgestellt werden.
Für Landespolizeidirektor Tomac ist klar: "Die Umstände deuten darauf hin, dass die Tat nicht spontan passiert ist." Der Vorabkauf der Kühltruhen, die Miete des Lagerraums und die späteren Verschleierungsmaßnahmen legten eine Planung nahe.
Vom Handy des Opfers wurden nach dem Verschwinden Kündigungsnachrichten an ihren Arbeitgeber und die Bank versendet. Auch Geldabhebungen und Kartentransaktionen – unter anderem in Salzburg und Slowenien – fanden statt. Auffällig: Es wurden keine alltäglichen Einkäufe getätigt.
Das Verhältnis zwischen dem 55-Jährigen und der Frau wurde als "schwierig" beschrieben. Ein klares Motiv gibt es jedoch nicht – die Beschuldigten sind bislang nicht geständig.
Die Ermittlungen waren laut Tomac "extrem aufwendig": Boden- und Personenüberwachungen, Auswertung von Mautdaten, Analyse unzähliger Datenträger. Auch im Ausland wurde ermittelt – in Deutschland, Italien, Kroatien, Slowenien und der Türkei.
Trotz all dieser Maßnahmen blieb der Aufenthaltsort der Vermissten unbekannt – bis sich der Hauptbeschuldigte im November 2025 erstmals äußerte. Er sprach von einem "Unfallgeschehen" und gab zu, die Leichen in Kühltruhen aufbewahrt zu haben.
Erst weitere Hausdurchsuchungen führten schließlich zu dem versteckten Hohlraum in der Wohnung des Bruders – und zum Leichenfund.
Der Landespolizeidirektor würdigte die Arbeit des Landeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Innsbruck. Der Leichenfund sei "der Schlusspunkt intensiver Ermittlungen und ein wichtiger Schritt zur Aufklärung dieses tragischen Falles".
Die beiden Brüder sitzen weiterhin in Haft. Die Ermittlungen zum genauen Tatablauf und möglichen Motiven laufen.