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Mysteriöser Brief – Rapid und Austria jetzt verbrüdert?

In Wien-Liesing wurden vermeintliche Anti-Vandalismus-Botschaften der beiden Wiener Vereine gesichtet. Ein Schulterschluss der Rivalen? Wohl kaum.
Robert Cajic
30.05.2022, 17:59

In Wien-Liesing trüben Vandalismus-Attacken inmitten von Schrebergärten und Einfamilienhäusern die Idylle. Unbekannte verunstalteten die Gegend mit Graffitis in grün und violett. Nun beobachtete "Heute"-Leserreporterin Birgit* (Name von der "Heute"-Redaktion geändert) eine interessante Message an Häuserfassaden. Der vermeintliche Schulterschluss der verfeindeten Wiener Fußballvereine Austria und Rapid im Kampf gegen Vandalismus freute die Anrainerin.

Liesinger Gegend abwechselnd grün und violett verschandelt

Seit Monaten werden in Teilen des 23. Bezirks Verteilerkästen, Pläne von Wohnanlagen und Straßenschilder in den Vereinsfarben der Wiener Austria und des SK Rapid Wien beschmiert – abwechselnd werden die Straßen in violett und grün getaucht.

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Im Gespräch mit "Heute"hatte Birgit kein Verständnis für die Verunstaltung ihrer Wohngemeinde: "Diese Vandalismus-Angriffe werden immer mehr und man sah bisher nicht, dass irgendwer etwas unternimmt. Bis jetzt", zeigte sich die Wienerin im "Heute"-Talk zuversichtlich.

Verfasser droht mit Anzeige und lebenslangem Stadionverbot 

"Offenbar reagieren jetzt bereits die Clubs", resümierte Birgit die Situation in der Karl-Schwed-Gasse. Doch von einer Verbrüderung der ewigen Wiener Rivalen im Kampf gegen den Vandalismus kann wohl kaum die Rede sein. Bei dem Wut-Brief an die Rowdys wird schnell klar: Bei dem Schreiben handelt es sich "Heute"-Informationen zufolge nicht um ein offizielles Schreiben der beiden Fußballvereine.

In dem Wut-Brief täuschten wohl Anrainer einen Schulterschluss der Austria und Rapid vor und forderten: "Hört auf, unsere Farben für eure Sachbeschädigungen und Zerstörungswut zu missbrauchen! Ihr seid unsportlich und eine Schande für euren Verein!", lautet der Vorwurf an die Spray-Rowdys.

Besonders pikant: in dem Brief wird den Fußballfans damit gedroht, dass jeder Vorfall zur Anzeige gebracht werde und ein "lebenslanges Platzverbot" ausgeteilt werde. Dass man für eine beschmierte Wand in Wien-Liesing ein Stadionverbot erhält, darf bezweifelt werden.

Austria-Pressesprecher: "Sehen uns das intern an"

"Heute" fragte bei den beiden Wiener Vereinen nach. Während der SK Rapid bisher für ein Statement nicht verfügbar war, gab es seitens der Wiener Austria schon eine erste Analyse: "Wir können diese Kooperation weder bestätigen noch bestreiten. Wir sehen uns die Sache intern an", sagte ein Pressesprecher der Austria im Gespräch mit der "Heute"-Redaktion. 

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Klar ist hingegen, dass für Anrainerin Birgit eine "Verbrüderung" für ein sauberes Wien wünschenswert wäre. Nichtsdestotrotz muss man nach derzeitigem Stand davon ausgehen, dass sich ein Bewohner bei der Vandalismus-Drohung das Recht nahm, im Namen der Vereine zu agieren und mit dieser Botschaft die Rowdys in Angst und Schrecken zu versetzen.