Nach Balkan-Impfung bekam Wienerin Friseur-Verbot

Die 61-Jährige wurde aus einem Frisörsalon geschmissen, weil sie mit einem chinesischen Vakzin geimpft wurde.
Die 61-Jährige wurde aus einem Frisörsalon geschmissen, weil sie mit einem chinesischen Vakzin geimpft wurde.Getty Images / Leserreporter
Slavica M. wurde in Serbien mit einem China-Impfstoff geimpft, der in Österreich nicht anerkannt wird. Sie wurde aus einem Frisiersalon geschmissen.

Im April nutzten viele Österreicher das Angebot, sich kostenlos in Serbien gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Inzwischen stellte sich der einstige Segen als Fluch heraus, wie Slavica M. im Gespräch mit "Heute" erzählt. Denn das unter anderem dort genutzte Vakzin der chinesischen Firma Sinopharm ist in Österreich nicht zugelassen und fällt somit auch nicht in die Geimpft-Sparte der 3G-Regel, wie der betroffene Frisörsalon in Wien-Fünfhaus behauptet.

Trotz Termin aus Salon geschmissen

Obwohl die Wienerin mit serbischen Wurzeln schon zwei Schutzimpfungen erhalten hat, wurde sie trotz Termins am Samstag in der Hütteldorfer Straße nicht drangenommen. "Ich hatte sogar meinen schriftlichen Impfnachweis dabei", erzählt die 61-Jährige verstört. "Aber die Rezeptionistin und ihr Chef meinten dann, dass ich wieder gehen muss."

Slavica M. hat sich vor einigen Monaten für die Impfung in Serbien entschieden, da sie zur Risikogruppe gehört und eine schnelle Immunisierung für ihre Gesundheit wichtig war. "Die Ärztin, mit der ich das Vorgespräch hatte, hat mir empfohlen, mich mit dem chinesischen Vakzin impfen zu lassen. Sie meinte, es wäre für meine Bedürfnisse am geeignetsten", erklärt die pensionierte Krankenschwester. "Ich hab fast 3.000 Euro für die Hin- und Rückreise und das Hotel ausgegeben, in dem ich wegen der Quarantäne übernachten musste."

Anwältin Astrid Wagner: "Dieses Vorgehen verstößt gegen die Gleichbehandlung."
Anwältin Astrid Wagner
Anwältin Astrid WagnerSabine Hertel

Vakzin nicht anerkannt

"Leider ist der chinesische Impfstoff in Österreich nicht anerkannt", erklärt der Chef des Haarstudios auf Anfrage von "Heute". "Es gilt immer noch die 3G-Regel, die wir einhalten müssen." Hätte Slavica M. einen negativen Coronatest dabei gehabt, wäre sie drangekommen, erklärt der Chef weiter. "Aber nicht mal diesen hatte sie mit."

Slavica M. kontaktierte Rechtsanwältin Astrid Wagner. Die Promi-Juristin ist der Meinung, dass ein solches Vorgehen gegen die Gleichbehandlung verstoße. "Sehr viele Serben haben sich zu Hause in Serbien impfen lassen, weil es hier so lange keine Termine gegeben hat. Und jetzt wird das nicht akzeptiert, so dass meine vollimmunisierte Klientin sogar beim Frisör hinausgeworfen wurde", ärgert sich Wagner.

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