Nach dem Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf stehen Österreichs Skispringer im Fokus internationaler Diskussionen. In norwegischen Medien wurden Vorwürfe laut, wonach beim Bewerb mit einer illegalen Bindung gesprungen worden sein soll. Sowohl der ÖSV als auch der internationale Skiverband FIS wiesen diese Darstellung jedoch zurück.
ÖSV-Cheftrainer Andreas Widhölzl nahm dazu gegenüber dem "ORF" Stellung. Er sagte: "Ich finde das ja lustig, und Hut ab vor den Serviceleuten, wenn sie in 20 Minuten alle Bindungen gewechselt haben." Zudem stellte er klar: "Die Bindungen sind völlig handelsüblich, jeder andere hat die auch." Auch auf Details ging der Cheftrainer ein.
Die Bindung von Manuel Fettner sei "ein bisschen anders", betreffe aber nur die Fixierung des Schuhs. "Das hat keinen Einfluss." Fettner springe damit bereits "seit fünf oder sechs Jahren, und das war nie ein Thema". Widhölzl betonte außerdem: "Es ist ja keine Eigenbaubindung und legal, sonst wären wir disqualifiziert worden. Wir sind durchkontrolliert worden und absolut im Reglement." Auch Experte Gregor Schlierenzauer zeigte klare Kante. Er sagte: "Die Vorwürfe der Norweger finde ich frech. Jeder sollte lieber vor der eigenen Haustür kehren. In Wahrheit ist ihr Verhalten traurig."
Sportlich lief es für die ÖSV-Adler in Oberstdorf dennoch erfolgreich. Daniel Tschofenig belegte beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee den zweiten Platz und sorgte damit für ein starkes rot-weiß-rotes Ausrufezeichen. Sein Teamkollege Jan Hörl wurde Vierter.
Auch von Seiten der FIS kam Entwarnung. Ein Sprecher des Weltverbands erklärte am Silvestertag: "Viel Lärm um nichts. Ein ganz alter Kuchen." FIS-Materialkontrolleur Mathias Hafele bestätigte die Einschätzung und verwies auf die lange Genehmigungsgeschichte der Bindung. "Diese Bindung ist seit etwa zehn Jahren im Einsatz. Schuh und Bindung wurden bereits zu Zeiten von Sepp Gratzer als Kontrolleur im Weltcup genehmigt", sagte Hafele.
Hörl wies ebenfalls den Vorwurf zurück, dass zwischen den Durchgängen Material verändert worden sei. "Blödsinn. Es war dasselbe Setup, mit dem wir immer hüpfen. Lassen wir die anderen also einfach reden."
Für die Skispringer geht es bereits am morgigen Neujahrstag weiter. In Garmisch-Partenkirchen steht das traditionsreiche Neujahrsspringen auf dem Programm, bei dem Österreich den erfolgreichen Tournee-Auftakt bestätigen will.