Sommer, Sonne - und jede Menge summende Besucher: Experten rechnen heuer mit einem starken Wespen-Sommer. Auch für Honigbienen waren die Bedingungen bisher gut. Vor allem ein warmer Frühling hat dafür gesorgt, dass sich viele Völker gut entwickeln konnten.
Ob es tatsächlich ein besonders intensives Wespenjahr wird, hängt aber noch vom Wetter in den kommenden Wochen ab. Bleibt es warm und trocken, finden die Tiere genügend Nahrung und ihre Völker wachsen besonders stark. Kühles oder regnerisches Wetter würde die Entwicklung hingegen deutlich bremsen.
Besonders betroffen sind Menschen mit einer Insektengiftallergie. In Österreich sind davon mehr als 300.000 Personen betroffen. Während ein Stich bei den meisten Menschen lediglich Schmerzen, Juckreiz oder eine Schwellung rund um die Einstichstelle verursacht, kann er bei Allergikern schwere Reaktionen auslösen.
Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufprobleme sind Warnzeichen, die sofort ernst genommen werden müssen. Im schlimmsten Fall kann ein allergischer Schock lebensbedrohlich sein.
Allergologen raten deshalb Betroffenen, in der warmen Jahreszeit stets ein Notfallset mit Adrenalin bei sich zu tragen. Je schneller Beschwerden nach einem Stich auftreten, desto schwerer verläuft eine allergische Reaktion häufig.
Besonders wirksam ist eine Allergie-Immuntherapie. Dabei wird das Immunsystem über mehrere Jahre schrittweise an das Bienen- oder Wespengift gewöhnt. Die Erfolgsaussichten sind hoch: Bei einer Wespengiftallergie schützt die Behandlung in rund 95 Prozent der Fälle, bei Bienengiftallergie liegt die Erfolgsrate bei mehr als 85 Prozent.
Nur zwei der rund 60 heimischen Faltenwespenarten gelten als lästig: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Sie verteidigen ihre oft großen Nester besonders entschlossen. Alle anderen heimischen Faltenwespen sind selbst bei Störung meist friedlich und für Menschen kaum gefährlich. Als "Erdwespen" werden Deutsche oder Gemeine Wespen bezeichnet, wenn sie ihre Nester im Boden anlegen. Weil Menschen diesen Nestern oft unbemerkt zu nahe kommen, kommt es dort häufiger zu Stichen. Grundsätzlich gilt aber: Wespen stechen nur, wenn sie sich bedroht fühlen.
Trotzdem nehmen nur rund 20 Prozent der Betroffenen diese Behandlung in Anspruch. Dabei werden die Kosten vollständig von der Krankenkasse übernommen. Die Therapie ist auch für Kinder ab fünf Jahren zugelassen.
Viele Menschen fürchten im Sommer jede Wespe. Tatsächlich gelten aber nur zwei heimische Arten als besonders lästig: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Die übrigen heimischen Faltenwespen sind meist friedlich und stechen nur, wenn sie sich unmittelbar bedroht fühlen.