Sommer und Sonne bringen Lebensfreude – aber auch Insekten sind aktiv. Experten sprechen von einem guten Bienenjahr und erwarten zudem einen starken Wespen-Sommer, vorausgesetzt, die nächsten Wochen bleiben warm und trocken.
Für Allergiker bedeutet das besondere Vorsicht: Schon ein Stich kann schwere, mitunter lebensbedrohliche Reaktionen auslösen. So gefährlich eine Insektengiftallergie ist, so gut ist sie durch eine Allergie-Immuntherapie behandelbar. Notfall-Adrenalin ist das wichtigste Notfallmedikament, das in der warmen Jahreszeit stets mitgeführt werden sollte, heißt es seitens der Abello Allergie-Service GmbH in einer Aussendung.
Für Honigbienen begann das Jahr vielversprechend. Die Winterverluste lagen unter dem langjährigen Durchschnitt, zudem sorgte eine besonders üppige Pflanzenblüte für ein reichhaltiges Nahrungsangebot. "Der klimawandelbedingt häufigere warme Frühling erlaubt es überwinternden Königinnen, früher mit Nestbau und Eiablage zu beginnen, was im Spätsommer zu einer überdurchschnittlichen Volkstärke führt", sagt Dr. Gernot Kunz vom Institut für Biologie an der Karl-Franzens-Universität Graz.
Allerdings führte der trockene Frühling dazu, dass Sommerpflanzen weniger Nektar produzieren und Blühphasen verkürzt sind. Aktuelle Forschung zeigt, dass nicht allein hohe Temperaturen, sondern vor allem die Kombination aus Hitze und Trockenheit die Nahrungsgrundlage von Honigbienen beeinträchtigt.
Wespen profitieren von warmen und trockenen Bedingungen. Ob sich daraus heuer tatsächlich ein ausgeprägtes "Wespenjahr" entwickelt, hängt wesentlich vom weiteren Wetterverlauf ab. "Wird es warm und eher trocken, kann genug Nahrung für die Aufzucht der Larven in das Nest eingetragen werden, wodurch sich die Wespenvölker sehr gut entwickeln können. Ein kühler oder verregneter Sommer hingegen würde viele junge Nester schwächen oder sogar zugrunde gehen lassen", so Kunz. "Ob es ein gutes oder schlechtes Wespenjahr wird, ist oft subjektiv und hängt davon ab, ob mehrere oder besonders individuenreiche Nester in der Umgebung sind."
Für mehr als 300.000 Menschen in Österreich ist der Sommer eine Zeit erhöhter Vorsicht. Sie sind allergisch gegen Bienen- oder Wespengift. Bereits ein Stich kann zum Verhängnis werden. "Wird ein normal empfindlicher Mensch von einer Biene oder Wespe gestochen, bildet sich durch die Wirkung des Giftes rund um die Stichstelle eine gerötete Schwellung, die mehr oder weniger stark schmerzt oder juckt. Das ist unangenehm, aber eine normale Reaktion auf die toxischen Bestandteile des Giftes. Die Schwellung klingt normalerweise innerhalb von 24 Stunden wieder ab", Gunter Sturm, Leiter des Allergieambulatoriums Reumannplatz in Wien und der Forschungsgruppe Klinische Allergologie an der Univ.-Hautklinik Graz.
"Gefährlich wird es, wenn die allergische Reaktion den ganzen Körper erfasst und es zusätzlich zu Schwellungen im Gesicht oder Hals, Atemnot, Schwindel, Herzrasen oder Kreislaufproblemen kommt." Im schlimmsten Fall kann diese Situation lebensbedrohlich sein.
Da der Verlauf einer Stichreaktion nicht vorhersehbar ist, ist konsequente Vorsorge entscheidend. "Ein allergischer Schock verläuft meistens umso schwerer, je schneller die Symptome nach einem Stich auftreten. Daher ist es wesentlich, bereits erste Warnsignale ernst zu nehmen und immer geeignete Notfallmedikamente bei sich zu tragen – insbesondere ein Adrenalin für den Notfall, das im Ernstfall den Kreislauf stabilisieren kann", rät der Allergologe eindringlich.