Große Geste – bitterer Moment! Nach ihrem Lauf knieten die Athleten des ukrainischen Rodel‑Teams und hielten einen Helm in die Höhe – aus Solidarität mit Skeleton‑Star Vladyslav Heraskevych. Hintergrund: Der Ukrainer durfte wenige Tage zuvor nicht starten, weil auf seinem Helm die Namen von 20 im Krieg gefallenen Soldaten standen – das IOC, das als Regelverstoß wertete und ihn disqualifizierte.
Der bewegende Moment blieb aber nicht ohne Gegenwind. Als die ukrainische Mannschaft nach ihrer Führung die Botschaft senden wollte, versuchte der ZDF oder eher der IOC, das zu unterbinden – obwohl es als führendes Team bislang üblich und möglich war, eine kurze Botschaft in die Welt zu senden. Nicht aber für die Ukraine, denn ihnen wurde kurzerhand der Ton abgeschnitten.
Auch Moderator Jochen Breyer war von der plötzlichen Stille irritiert. "Man hört, dass der Ton runtergepegelt ist", erklärte er vielsagend. Denn bei anderen Grußbotschaften sei der Ton mit voller Lautstärke übertragen worden. "Das wirkt schon kurios", so Breyer.
Für Verwirrung sorgt auch, warum Heraskevych überhaupt nicht starten durfte. Zunächst griff das IOC auf Regel 50 zurück, die politische Botschaften im Wettkampf verbietet. Später wurde stattdessen Regel 40 ins Spiel gebracht – die Meinungsäußerungen unter strengen Auflagen erlaubt. Heraskevych selbst sagt, er habe keine klare Begründung bekommen.
"Man hat mich nur auf Regel 50 verwiesen", so der Sportler. Selbst IOC‑Sprecher Mark Adams geriet ins Straucheln, als er bei einer Pressekonferenz beide Regeln durcheinanderbrachte und sich korrigieren musste.