Manchester United hat sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Ruben Amorim getrennt. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, soll das Aus des Portugiesen nur einen Tag nach dessen öffentlicher Abrechnung mit der Vereinsführung erfolgt sein.
Nach dem 1:1 bei Leeds United hatte Amorim nämlich ungewohnt scharfe Töne angeschlagen und seine damalige Rolle im Klub betont: "Ich kam hierher, um Manager von Manchester United zu sein – nicht, um nur der Coach zu sein." Gleichzeitig machte er deutlich, dass er sich nicht mit großen Namen vergleichen lasse, aber klare Ansprüche stelle: "Ich weiß, dass ich nicht Tuchel, Conte oder Mourinho heiße, aber ich bin der Manager von Manchester United!"
Auch mit der öffentlichen Kritik am Verein sparte Amorim nicht. Sollte Manchester United nicht lernen, besser mit dem Druck von außen umzugehen, müsse man Konsequenzen ziehen: "Wenn der Klub nicht besser mit der Kritik von außen umzugehen lernt, müssen wir ihn ändern." Seine eigene Perspektive beschrieb er damals nüchtern: "Ich mache meinen für 18 Monate, dann gehen wir weiter."
Hintergrund der Spannungen sollen unter anderem Berichte gewesen sein, wonach Chefscout Christopher Vivell taktische Anpassungen angeregt und es mit Sportdirektor Jason Wilcox unterschiedliche Auffassungen bei Transferzielen gegeben habe. Bereits nach dem 1:1 gegen Wolverhampton Wanderers hatte Amorim seine personell angeschlagene Mannschaft öffentlich kritisiert und von "fehlender Qualität" gesprochen. Nun das Aus für den Portugiesen!
Amorim stand 14 Monate bei den Red Devils unter Vertrag und betreute das Team in 63 Pflichtspielen. Trotz zuletzt nur eines Sieges aus fünf Spielen liegt Manchester United aktuell auf Rang sechs der Premier League und damit weiter in Reichweite der internationalen Plätze. Wer seine Nachfolge übernimmt, ist vorerst offen.