Nach Eisenstangen-Vorfall: Flüchtling darf bleiben

Wie heikel und teilweise launisch Asylentscheidungen sind, zeigt der Fall eines jungen Afghanen: Er hatte mit einem Eisenstangen-Angriff Schlagzeilen gemacht, bekam jetzt subsidiären Schutz.
Der junge Afghane hatte im Juni 2018 im Flüchtlingsheim St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Mödling) einen Betreuer mit einer Eisenstange bedroht ("Heute" berichtete), die Polizei musste anrücken. In der Folge wurde der Flüchtling von einer Psychologin via WhatsApp betreut ("Heute" berichtete) und dann vor Gericht zu zwei Monaten bedingter Haft wegen Nötigung verurteilt. Dass er bleiben darf, damit rechneten selbst seine Betreuer nicht.

Kritik von FPÖ

Udo Landbauer (FP) dazu: "Auf Grund der Europäischen Menschenrechtskonvention wurde diesem Asylwerber – mit auffällig langem Vorstrafenregister – vom Gericht subsidiärer Schutz zugesprochen. So bleibt er unserem Land nun bis zum St. Nimmerleins-Tag erhalten. Die europäische Rechtsauslegung muss dringend überdacht werden. Bis dahin wäre das von unserem Landesrat Gottfried Waldhäusl geschaffene Asylheim Drasenhofen die richtige Adresse für derartige Fälle gewesen, doch dieses war ja nach nur einigen Tagen wieder geschlossen worden. Unsere Bevölkerung hat ein Recht auf Leben! Das ist für mich wichtiger als der Schutz straffälliger Asylanten."



Das sagt Caritas

Von Seiten der Caritas sagt ein Mitarbeiter: "Die Entscheidung, wer in Österreich bleiben darf oder nicht, treffen unabhängige Gerichte. Und das ist gut so." Laut Caritas dürfe man den "Eisenstangen-Mann" von St. Gabriel keinesfalls mit dem "Eisenstangen-Killer" vom Brunnenmarkt verwechseln. "Bei der Nötigung mit der Eisenstange (Anm.: 70 Zentimeter langes und rund 6 Zentimeter dickes Eisenrohr) im Juni 2018 kam zum Glück niemand zu Schaden", so ein Caritas-Sprecher.

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